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Kirche in WDR 2 | 08.11.2023 | 05:55 Uhr

Nicht in meinem Namen

Meinen Hass kriegt ihr nicht. Dieser Satz, diese Haltung beeindruckt mich zutiefst. Immer wieder habe ich ihn in den letzten Jahren gelesen. Von einem Ehemann, dessen Frau in Paris bei einem Terroranschlag ums Leben kam. Von Eltern, deren Tochter in Freiburg von einem Geflüchteten ermordet wurde. Von einem Mann, dessen Bruder beim Terrorangriff der Hamas auf das Festival in der Wüste Negev getötet wurde.

Meinen, unseren Hass kriegt ihr nicht. Also: nicht dem Impuls folgen, der nach solchen furchtbaren Taten immer wieder zu hören und zu lesen ist. Den Impuls nämlich, ganze Bevölkerungsgruppen zu verurteilen, statt die konkreten Täter. Und sich dabei in einen Hass hineinzusteigern.

Große Ängste stehen hinter diesem Hass, der einem auch in den sozialen Medien überall begegnet. Und wie sollte man diese großen Ängste auch nicht haben? Es macht Angst, es macht fassungslos, dass Menschen dazu fähig sind, einander so etwas anzutun. Und solche Angst ist schwer auszuhalten. Und so entsteht der Wunsch, etwas tun zu können, Kontrolle zu gewinnen. Kollektiver Hass auf andere vermittelt manchen Menschen scheinbar das Gefühl, all dem Furchtbaren etwas entgegensetzen zu können. Und dann gibt es eben die anderen, die sagen: Meinen Hass kriegt ihr nicht.

Ich lese aus diesem Satz heraus: Ich tue mich nicht mit Euch zusammen, um mich dem Hass hinzugeben. Weil ich weiß, dass mir das nicht hilft. Mir nicht und anderen nicht. Mehr noch, dass das Hassen alles nur noch schlimmer macht. Weil sich aus Hass nicht gut leben lässt.

In den Interviews dieser Menschen, die ich gelesen habe, stand auch sowas wie: Das wäre nicht im Sinne meiner Frau, meiner Tochter. Sie war ein Mensch, der sich für andere eingesetzt hat. Dem Respekt wichtig war und Menschlichkeit. Aus dieser Haltung wollen auch wir leben. Auch so mit ihr, mit ihm verbunden bleiben.

Wow. Was für eine Stärke! Das denke ich, wenn ich solche Aussagen lese. Für mich sind sie damit echte Vorbilder. Weil auch ich immer wieder Gefahr laufe, mich zum Hassen verführen zu lassen. Wenn auch aus anderen Gründen. Für mich ist immer wieder die Versuchung groß, Menschen pauschal zu verurteilen, die solche Hassposts verbreiten. Also Menschen pauschal zu verurteilen, weil sie andere pauschal verurteilen. Menschen abzuschreiben, statt mich mit denen auseinanderzusetzen, die anders ticken als ich. Die mit ihrer Angst anders umgehen.

Meinen Hass kriegt ihr nicht. Weil Hass nichts Gutes hervorbringt. Niemals. Ich glaube, mit dieser Haltung lässt es sich besser leben.

Und zugleich ist es nur ein Anfang. Mit Hass lässt es ich nicht gut leben, mit Gleichgültigkeit auch nicht. Wenn wir ein gutes Leben wollen, kommen wir am immer wieder lieben wollen nicht vorbei.


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