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Kirche in WDR 2 | 02.12.2023 | 05:55 Uhr

Tischgebet

Kennen Sie ein Tischgebet? Die Mehrheit der Deutschen kann kein einziges mehr. Also: Wenn man „Piep, piep piep, wir haben uns alle lieb“ nicht mitzählt. Gemeint sind eher Gebete wie „Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt oh Herr von dir; wir danken dir dafür.“


Woran das liegt? Vielleicht, weil die Generation der Großeltern ausstirbt, die noch Tischgebete kennt und sie auch betet. Oder weil immer weniger Menschen, auch in den Familien, noch gemeinsam essen. Da fehlt einfach der Anlass. Mittags ein Snack nebenbei bei der Arbeit. Und abends isst jeder für sich, wie es gerade so kommt, der Fernseher läuft oder man hängt vor dem Smartphone. Oder gerne auch beides. Dann kommt so ein Gebet wie: „Komm Herr Jesus, sei unser Gast, und segne uns und was du uns bescheret hast“ schon ein wenig komisch.


Vielleicht stimmt einfach auch der Satz: „Wer den Koch kennt, muss vor dem Essen nicht beten.“ Ein Witz. Doch jeder Witz hat ja sein Fünkchen Wahrheit. Ich möchte ihn mir in diesem Fall allerdings lieber nicht näher vorstellen. Das Essen muss schon sehr schlecht gewesen sein.


Vom Glauben her gesehen muss der Spruch eigentlich genau anders herum heißen: „Wer den Koch kennt, der wird gerade vor dem Essen beten.“Das Tischgebet ist nämlich vor allem ein Dankgebet. Danke an die oder den, der für uns so lecker gekocht hat. Und zugleich: Ein Dankgebet für das Leben und was uns das Leben schenkt. Das ist der Sinn des Tischgebets. Eine kleine Auszeit vor dem Essen, um sich für einen Augenblick zu besinnen. Zu danken und sich zu fragen: Was ist mir eigentlich wichtig im Leben.


Morgen ist der 1. Advent. Der Advent lädt mich ein, Dinge bewusster, auch langsamer und neu zu machen. Der Advent kann ein guter Anlass sein, das mit dem Tischgebet neu zu versuchen. Ein Tischgebet verbindet. Vielleicht ist der Advent auch ein guter Anlass, Familie, Freunde einzuladen, miteinander zu beten und zu essen. Beten stiftet Gemeinschaft. „Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt oh Herr von dir; wir danken dir dafür.“


Jedes Tischgebet ist ein kleiner Segen – das tut gut. Einen Augenblick dankbar innehalten. Und sich verbunden fühlen, auch wenn ich alleine esse, mit Menschen, die nicht mit am Tische sitzen. Vielleicht ist ja auch schon Ihre nächste Mahlzeit eine gesegnete. „Gesegnete Mahlzeit“ ist übrigens das kürzeste Tischgebet, das es gibt. Ich wünsche es Ihnen.


Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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