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Kirche in WDR 2 | 11.12.2023 | 05:55 Uhr

Winnetou

Die meisten von Ihnen sind sicher noch gar nicht auf der Welt gewesen, als dieser Klassiker in die Kinos kam. Heute vor genau 60 Jahren hat Winnetou 1 in den Kinos Premiere gefeiert. Ein deutscher Western – klingt uncool. Aber der Hauptdarsteller ist ein attraktiver Franzose. Pierre Brice. Der muss das Land seines Volkes gegen skrupellose Verbrecher verteidigen. Viel Action und Romantik. Für uns als Kinder immer ein Highlight: Mit Chips und Limo haben wir uns in die Abenteuer gestürzt. Und wenn es zu gruselig wurde, ein Kissen vor`s Gesicht gehalten. Denn: Viele meiner Held:innen sterben dort tragisch und sinnlos, werden verraten oder Opfer der Gier ihrer Feinde.

Trotzdem: Im Karneval habe ich mich immer als Indianer verkleidet und das alles rauf und runter gespielt. Winnetou ist fester Bestandteil meines Alltags gewesen. Heute werden die Karl-May-Verfilmungen
kritisiert; wegen Rassismus und kultureller Aneignung. Wohl zu Recht. Was mich aber damals fasziniert hat, ist der Kampf Gut gegen Böse gewesen. Der Kampf für mehr Gerechtigkeit. Und auch Ökologie ist ein Thema gewesen: Sie erinnern sich? Als weiße Männer aus den Zügen des „Feuerrosses“ die majestätischen Büffel einfach abknallen. Wie grausam – und das einfach nur zum Spaß!

Die Karl-May-Filme haben meine Generation geprägt. Winnetou ist eine Art Role-Model geworden. Selbst bei Claudia Roth hat ein Poster von ihm im Kinderzimmer gehangen. „Winnetou reitet wieder“, haben Spontis in den achtziger Jahren auf Häuserwände gesprüht. Selbsternannte „Stadtindianer“ haben leere Häuser besetzt.

Der Traum von einer Welt, in der alle Lebewesen das haben, was sie für ein lebenswertes Leben brauchen ist uralt. Schon die Bibel erzählt von dieser Vision. Heute müssen wir das aber global denken.

Es gibt einen berühmten Ausspruch der Cree-Indianer. Zwar hat weder ein Cree noch irgendein anderer Indianer den je zu Protokoll gegeben. Aber als Autoaufkleber ist er ein Kultspruch ökologisch bewegter Alternativer in den 80er-Jahren gewesen.

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“

Der Satz könnte auch von Winnetou stammen.


Quellen:
https://www.deutschlandfunk.de/winnetou-und-che-guevara-100.html

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kalenderblatt/1112-winnetou-startet-100.html, (beide zuletzt abgerufen am 11. November 2023)


Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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