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Kirche in WDR 2 | 29.01.2024 | 05:55 Uhr

Wie im Himmel

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Und vielleicht sind Sie ja schon im Karneval unterwegs gewesen. Bei uns in Köln jedenfalls sind die Jecken bereits unübersehbar: Bunt kostümierte Papageien, Piraten, Funkemariechen, grüne Frösche und staatse Prinzen auf dem Weg zu einer Karnevalssitzung oder zum Einsingen der neuen Karnevalslieder in den vielen Kneipen. Mit Rumtata und Tätärä zieht ein Spielmannszug durch eine Straße in der Nachbarschaft. Andere treffen sich zum Kostüme-Nähen, trinken dabei ein paar Piccolöchen und die Playlist der neusten Karnevalshits wummert durch die Zimmerwände in die Wohnungen der Nachbarschaft hinein.

Ich freue mich sehr auf den Karneval. Ich habe ihm mein Lebensglück zu verdanken. Denn vor 16 Jahren habe ich am Karnevalssonntag in einer Kölner Kneipe eine Frau kennengelernt, mit der ich heute verheiratet bin. Und das kam so: Mit ein paar Kumpeln habe ich Fußball geguckt. Doch schnell hat der 1. FC Köln gegen Rot Weiß Essen 0:4 zurück gelegen. Während in der Halbzeitpause die anderen Jungs eine Pommesbude gesucht haben, weil essen ja immer hilft, hab ich wohl gedankenverloren an einer Säule gelehnt. Und da ist das passiert, was die Bläck Fööss genial in einem ihrer schönsten Lieder erzählen: Eine umwerfend geschminkte Frau ist zu mir gekommen, hat mich untergehakt und gesagt: „Drink doch eine met! Stell dich nit esu ahn! Do steihs he de janze Zick erömm.“ Tja, und der Rest ist ein Märchen.

„Drink doch eine met! Stell dich nit esu ahn! Do steihs he de janze Zick eröm.“ Hätte Jesus in unseren Tagen im Rheinland gelebt und nicht vor langer Zeit in Israel – wer weiß, vielleicht hätten es diese Sätze ins Evangelium geschafft. Hat Jesus nicht genau das ständig gemacht? Menschen, die im Abseits stehen einfach untergehakt? Und in die Gemeinschaft zurückgeholt? Erschöpfte, Erlahmte, Verstoßene, Resignierte, Traurige, Erblindete, Diskriminierte und Lebensmüde? Ausländer, Arme, Verbitterte, Hochmütige und fiese Möppe aller Art? Und genau das liebe ich so am Karneval. Die vielen, vielen Augenblicke, wo genau das einfach so und ohne langes Nachdenken passiert. Wo sich wildfremde Jecken einfach unterhaken. Wo die Tabletts durch die Kneipe gereicht werden und sich jeder einfach ein Kölsch nimmt. Wie in einem Märchen. Wie in einer anderen Welt. Wie im Himmel. Der Karneval – gelebte Zuversicht, Hoffnung zum Anfassen. Sich übermütig eine Welt ertanzen und ersingen, die anders ist: bunt, unbeschwert, liebevoll, fröhlich und mit viel Platz für Blödsinn.

Am nächsten Montag, den 5. Februar feiern wir um 18:11 Uhr in der Kölner Agneskirche wieder unseren Karnevalsgottesdienst. Kasalla wird „Sing mich noh Hus!“ singen und Stephan Brings vielleicht das Hoffnungslied schlechthin: das nämlich davon erzählt, dass die Liebe gewinnt. Das Hänneschen aus dem Kölner Hänneschen-Puppentheater wird predigen und an eine wichtige Geschichte erinnern. Und Sie können im Internet dabei sein. Unter www.agnesalaaf.de. Ein bisschen Vertrauen, Hoffnung und Liebe tanken. Die die Welt so sehr nötig hat. Nicht nur im Karneval. Und nicht nur an einem Montagmorgen.

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