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Hörmal | 11.02.2024 | 07:45 Uhr

Rache ist keine Strategie

„Kriege werden von Menschen gemacht. Frieden auch“, so steht es auf der Internetseite des deutschen Frauennetzwerkes für Frieden. Auf die Idee, dass sie keine Kinder für einen frühen Tod gebären wollen, und sei es auch für einen heldenhaften, auf so eine Idee kommen nur Mütter. Im Nordirlandkonflikt in den 1970er Jahren haben Frauen das zum ersten Mal so klar formuliert. Ihrem Vorbild folgend sind weltweit Frauenorganisationen gegründet worden, die sich für den Frieden engagieren. In Ost und West und in mehreren afrikanischen Ländern.

Was diese Fraueninitiativen weltweit verbindet, sind die Forderungen nach Gerechtigkeit zwischen Menschen und Völkern. Konflikte müssen grundsätzlich ohne Gewalt, allein durch Verhandlungen gelöst werden! Weil Frauen und Männer gleichberechtigt sind, fordern sie, dass Verhandlungen immer von Frauen und Männern geführt werden sollen. Sie wollen, dass ihre Sichtweisen bei dem Aushandeln von Lösungen berücksichtigt werden.

Jetzt glaube ich als Mann nicht, dass Frauen per se die besseren Menschen sind. Ich glaube aber, dass Frauen und Mütter eine besondere Sichtweise auf kriegerische Konflikte entwickeln können.

Die Bewegung „Women Wage Peace“, die sich nach den blutigen, militärischen Auseinandersetzungen im Sommer 2014 im Gaza gegründet hat, ist mit 45.000 Mitgliedern die größte Basisbewegung in Israel. Sie arbeitet seit Jahren mit „Women of the Sun“, ihrer Schwesternorganisation in Palästina, zusammen. Der 7. Oktober 2023 hat ihren gemeinsamen Glauben an eine friedlichere und gerechtere Welt zutiefst erschüttert. Auch weil an diesem Tag
die 74-jährige Vivian Silver von Hamas Fanatikern ermordet wurde. Sie war die Gründerin von „Women Wage Peace“. Ausgerechnet die Frau, die Hilfsprogramme für die arme Bevölkerung im Gazastreifen initiiert hat und international mit vielen Auszeichnungen geehrt wurde. Wie verständlich ist das Bedürfnis nach Rache und Zerstörung, die Aufkündigung aller Zusammenarbeit! Gerade jetzt!

„Rache ist keine Strategie“, so wird Yonathan - der 35-jährige Sohn von Vivian Silver - in der taz zitiert. Er wolle dieses Motto seiner Mutter lebendig halten. Mittlerweile protestieren Angehörige der getöteten und entführten Israelis gegen die Flächenbombardements im Gazastreifen unter dem Motto: „Nicht in unserem Namen!“

Beide Fraueninitiativen, die israelische und die palästinensische, versuchen heute mühsam trotz oder wegen der Katastrophe ihre Zusammenarbeit fortzusetzen. Sie sind für den Friedennobelpreis nominiert. Kriege werden von Menschen gemacht. Frieden auch.

Quelle: „Weil Rache keine Strategie ist“, aus: taz vom 14.11.2023, Autor: Daniel Godeck

Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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