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Kirche in WDR 2 | 15.03.2024 | 05:55 Uhr

Was macht glücklich?

Heinrich Böll erzählt eine kleine Geschichte: Das Boot des Fischers, heißt die. Am Strand in Italien sitzt ein Fischer und ruht sich nach der Arbeit aus. Ein Mensch kommt vorbei und macht ihm Vorschläge für ein glückliches Leben. Damit er nicht mehr so schwer arbeiten muss und reich wird. Also: zuerst ein größeres Boot kaufen, dann Mitarbeiter einstellen, zur Hochseefischerei übergehen, eine Fischfabrik einrichten, schließlich eine Fangflotte betreiben. Dann, so sagt der Ratgeber, arbeiten die andern. Und Du kannst am Meer sitzen und ausspannen. Da sagt der Fischer: "Das mache ich doch jetzt auch schon". – Ende der Geschichte von Heinrich Böll.

Was macht glücklich, Haben oder Sein? Das ist eine Grundfrage in der Philosophie. Und die Frage verbirgt sich hinter dieser kleinen Geschichte. Schon bei beim antiken Philosophen Aristoteles gibt es eine Pyramide des Glücks. Unten Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung. Darüber Kultur. Und ganz oben: etwas Sinnvolles tun. Es ist eben sinnvoll, sich nach getaner Arbeit auszuruhen,

Für Kinder kommt etwas ganz Wichtiges an die erste, oberste Stelle: Freundschaft. Mindestens Dazugehören, Teil der Gemeinschaft sein. So kennen Kinder schon im Kindergarten mindestens ein Fremdwort, nämlich Mobbing, das Gegenteil davon. Hau ab, Du stinkst, du spielst nicht mit - das Schlimmste, was passieren kann: Der soziale Tod mitten im Leben. Pures Glück dagegen, Sätze wie: Komm her, mach mit, hier ist der Ball - das Auferstehung mitten im Leben.

Noch mal zurück zu Böll: Der große Schriftsteller hatte privat Glück mitten in großem Unglück. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ist er Soldat: Seine Ehefrau flieht aus dem zerbombten Köln und kommt unter in Much, im Bergischen Land. In Much bringt sie ihr gemeinsames Kind zur Welt, Christoph. Leider stirbt der Sohn nach drei Monaten, weil es keine Medikamente gibt.

Heinrich Böll versucht natürlich, Frau und Sohn zu besuchen.

Er fälscht sogar einen Urlaubsschein vom Militär. Ein andermal hilft ein Arzt im Krankenhaus von Much mit einem Attest. Eine Begebenheit hat mich besonders berührt. Als Böll mit der Eisenbahn nicht mehr weiterkommt auf dem Weg zu Frau und Kind, leiht ihm ein ihm völlig unbekannter Polizist sein Fahrrad, einfach so auf Treu und Glauben, dass Böll das Rad zurückbringt.

Mitten im Krieg solche Großherzigkeit und solches Vertrauen. Vielleicht passiert solches Glück gerade in der Not, weil dann die Menschen zusammenhalten. Frage an mich und Sie: Würde ich einem Wildfremden mein Rad ausleihen?

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