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Kirche in WDR 2 | 05.03.2024 | 05:55 Uhr

Falsche Bilder

Objektiv hat er nichts gegen sie in der Hand. Aber objektiv ist er schon lange nicht mehr. Denn seine Gedanken kreisen nur noch um den Verdacht, dass seine Frau ihn betrügt. Manchmal ist sie so seltsam gut gelaunt, wenn sie nach Hause kommt. Zum Beispiel vom Treffen mit ihrer besten Freundin. Wer weiß, ob sie dann wirklich die Freundin getroffen hat. Oder jemand ganz anderen.

Seine Frau direkt darauf anzusprechen, das traut er sich nicht. Aber der Verdacht nagt weiter an ihm. Und so fängt er an, hier ein bisschen zu stöbern, da ein bisschen zu suchen. Ihr Handy liegt manchmal unbeobachtet in der Wohnung herum. Das hat er schon dreimal gecheckt und nichts gefunden. Was ihn aber von seinen Mutmaßungen nicht abbringt.

Natürlich bleibt das seiner Frau nicht verborgen: Wie er sich verändert, missmutig wird, sich komisch verhält. Mit der Zeit wird auch sie misstrauisch ihm gegenüber. Und eines Tages ist es so weit: Sie erwischt ihn mit ihrem Handy in der Hand. Im ersten Moment versucht er, alles abzustreiten. Aber dann brechen die Verdächtigungen aus ihm heraus. Er wirft seiner Frau wüste Unterstellungen an den Kopf und schreit sie an: „Bildest du dir vielleicht ein, dass ich blind bin und nichts merke?“

Natürlich lässt sie sich das nicht bieten. Sie schreit zurück, macht ihm klar, was sie von seinen Beschuldigungen hält und dass sie mal gedacht hat, sie könnten einander vertrauen. Einige Behauptungen kann sie auch sofort widerlegen, aber es nützt alles nichts. Die Beziehung ist vergiftet. Seine Unterstellungen haben sie auseinandergetrieben. Die falschen Bilder, die er sich von seiner Frau gemacht hat. Die ihm suggeriert haben, ihre Liebe und Zuwendung zu ihm - das wäre alles nur Fassade. Diese Bilder haben ihre Beziehung zerstört.

Genau daran ist bei manchen Menschen auch die Beziehung zu Gott gescheitert. An Bildern, die suggerieren: In Wirklichkeit steckt Gott gar nicht voller Liebe und Zuwendung. Sondern er ist streng, kalt und gnadenlos. Oder alt, ohnmächtig und kraftlos. Auf jeden Fall so, dass es sich nicht lohnt, ihm weiter zu vertrauen. Dass es keinen Sinn hat, die Beziehung zu ihm aufrecht zu erhalten. Oder sie neu zu suchen.

Aber genau wie bei anderen Menschen lohnt es sich auch bei Gott, die eigenen Bilder immer wieder in Frage zu stellen. Sich neu auf die Beziehung einzulassen. Dann können neue Erfahrungen die alten Bilder korrigieren. Und genau wie bei anderen Menschen wird es dann für uns möglich, auch Gott neu zu vertrauen.



Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmuth

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