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Hörmal | 07.04.2024 | 07:45 Uhr

Quasimodos Liebe

Alle lieben Esmeralda. Der Dichter. Der Hauptmann. Der Priester. Und der Außenseiter Quasimodo, der Glöckner von Notre-Dame. Er ist der wahre Held im Roman von Victor Hugo. Aber im Mittelpunkt steht die schöne Esmeralda, die von allen geliebt wird.

Als Kinder sind Esmeralda und Quasimodo vertauscht worden. Eines Tages findet die Mutter ihr bildschönes Mädchen nicht mehr. Stattdessen haben die Entführer ihr einen behinderten Jungen dagelassen. Die Mutter ist geschockt. Sie bringt den Jungen zur Kirche Notre-Dame in Paris. Dort wird er am Sonntag nach Ostern gefunden. Nach diesem Tag bekommt er seinen neuen Namen: Quasimodo. Denn so heißt der erste Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti. Zu deutsch: Wie neugeborene Kinder.

Ich finde, dieser Name passt wunderbar zu dem berühmten Glöckner von Notre Dame. Denn er hat sich etwas Kindliches bewahrt. Bei allem, was ihm das Leben schwer macht. Das spüre ich in der Art, wie er liebt. Seine Liebe zu Esmeralda ist anders als die der anderen Männer. Die sind letztlich vor allem mit sich selbst beschäftigt.

Der Dichter hat vor allem seine Werke im Kopf. Seinen Ruhm. Und die Suche nach einem Schlafplatz für die nächste Nacht. Esmeralda heiratet ihn, um ihn aus einer Not zu retten. Aber als sie trotzdem Jungfrau bleiben will, verliert er das Interesse an ihr. Und kümmert sich lieber um ihre Ziege.

Der Hauptmann ist ein schneidiger Reiter. Esmeralda verliebt sich in ihn. Aber er ist nur in seine Rolle als Herzensbrecher verliebt. Der Priester ist vielleicht die interessanteste Figur des Romans. Einerseits hat er das Findelkind Quasimodo liebevoll aufgezogen. Seine Gefühle für Esmeralda sind tief. Andererseits will er die Menschen beherrschen und formen. Gerade auch diejenigen, die er liebt.

Ganz anders Quasimodo. Seine Liebe zu Esmeralda ist fürsorglich. Er will sie beschützen vor der zerstörerischen Liebe der anderen. Als Esmeralda stirbt, verschwindet er. Jahre später werden die Gebeine von beiden gefunden. Sie liegen eng umschlungen im Grab. Für Disney ist dieses Ende zu tragisch. Aber mich berührt es sehr. Quasimodos Liebe hat nicht einmal Angst vor dem Tod. Wie Jesus ist er aus Liebe gestorben. Auch deshalb passt sein Name so gut zum Osterfest.



Quelle: Victor Hugo, Der Glöckner von Notre-Dame, Zürich 1986



Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmuth

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