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Hörmal | 24.03.2024 | 07:45 Uhr

Palmsonntag: Die Christen im Heiligen Land

Heute ist Palmsonntag. Christen auf der ganzen Welt feiern den Einzug von Jesus in Jerusalem. Und ich denke heute an das Heilige Land. Schon früher habe ich das Wort immer mit einem kleinen Knoten in der Zunge gesagt, denn: „Heiliges Land“ – das auch vor dem 7. Oktober immer einen Beigeschmack. Und wirklich bitter und blutig ist dieser Beigeschmack seit dem Terrorangriff der Hamas und seit dem darauf folgenden Vergeltungskrieg in Gaza.

Was schon ist gerade „heilig“ in diesem Land? Und mitten in diesem Konflikt stehen die arabischen Christinnen und Christen. Vielmehr: Sie sitzen zwischen allen Stühlen. Viele geben auf, verlassen die Region. Nazareth, Bethlehem, Jerusalem: Es leben immer weniger Christen in diesen Orten, die mit der Jesus-Geschichte verbunden sind.

Ich habe vor 25 Jahren meinen Zivildienst geleistet in Israel. Und schon damals stand es nicht rosig um die einheimischen Christen. Aber an einem Tag, da versammeln sie sich, damals wie heute, alle in Jerusalem: und das ist an Palmsonntag. Dann ziehen die Christen des Landes vom Ölberg herab in die Jerusalemer Altstadt. Tausende waren es damals, vor 25 Jahren, als ich mitgezogen bin. Mit Palmzeigen in der Hand und unter dem z.T. ohrenbetäubenden Klang der Dudelsäcke der christlichen Pfadfindergruppen. Was für ein Spektakel! Und was für eine Selbstvergewisserung der arabischen Christen: Wir sind nicht allein! Mit bei der Prozession gingen natürlich auch nicht-einheimische Christen. Wie z.B. die Mönche der Dormitio-Abtei; deutsche Benediktiner, die im Auftrag des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande die Kirche „Mariä Entschlafung“ auf dem Zionsberg betreuen.

Auch heute wird diese Prozession stattfinden. Auch heute werden die Mönche von der Dormitio mitgehen. Wie heute die Stimmung sein wird in Jerusalem? Ich kann mir nur denken, wie bedrückend das sein muss. Aber fast trotzig werden sie singen „Hosianna dem Sohn Davids“, wie es in der Bibel steht, als die Menge Jesus in Jerusalem als Messias begrüßte, bevor sie ihn wenige Tage später dort kreuzigten. Palmsonntag und Passion – das gehört bei den Christen eng zusammen: der Trubel und das Trauerspiel.

Das, was das „Heilige Land“ derzeit durchmacht, ist ein Trauerspiel. Es gibt nur Verlierer. Was mir aus der Ferne, bleibt, ist: solidarisch zu sein mit den Menschen guten Willens dort. Einige kenne ich persönlich, viele davon sind Deutsche und sie harren in dieser Krise fast trotzig aus. Da ist Georg, der Leiter des Pilgerhauses Tabghe, der, obwohl die Gruppen ausbleiben, versucht, so viele christlich-arabische Angestellte wie möglich zu halten. Da ist Sr. Hildegard, die im palästinensischen Dorf Qubeibe in einem Altenheim rührend für die greisen Frauen sorgt. Da ist Abt Nikodemus von der Dormitio-Abtei, der seine Stimme erhebt und für Vermittlung wirbt. Wenn ich gleich in den Palmsonntagsgottesdienst gehe, dann wird heute – wie überall auf der Welt – um eine Spende für die Christen in Israel und Palästina gebeten. Der Deutsche Verein vom Heiligen Lande tut gerade alles Mögliche, um in der Krise die einheimischen Gläubigen zu stärken. Damit er das auch weiter tun kann, zählen gerade nicht so sehr die frommen Worte, sondern Spenden.

Solidarität mit Israel – Solidarität mit Palästina: Seit dem 7. Oktober zerreißt es mich in meiner Zuneigung zum Heiligen Land, die ich seit meinem Zivildienst habe. Heute gilt meine Solidarität der wahrscheinlich zerrissensten Gruppe in diesem Konflikt: den arabischen Christen.

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