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katholisch

Hörmal | 12.05.2024 | 07:45 Uhr

Tag der Pflege

Es ist fast vierzig Jahre her – ich war ein junger Student und hatte gerade zwei Semester in Rom studiert. Da bekam ich das Angebot, eine Reisegruppe aus Deutschland nach Rom zu begleiten und dort auch zu führen. Etwa 40 Personen waren mir damals für eine Woche anvertraut. Unter ihnen eine Ordensschwester, mit der ich bald ins Gespräch kam. Ihren Namen weiß ich leider nicht mehr. Aber ich weiß noch, worüber wir uns unterhalten haben. Es ging darum: Wie finde ich meine Berufung? Ich hatte damals schon für das Bistum Essen als Priesterkandidat studiert, interessierte mich aber auch für das Ordensleben. Und so wollte ich wissen, wie sie denn ihren Weg in ihren Orden gefunden hat. Ihre Antwort hat mich damals sehr erstaunt – wahrscheinlich habe ich sie deswegen noch bis heute in Erinnerung. Sie sagte: „Ich wollte Krankenschwester werden.“ Und als Begründung nannte sie: „Das ging am ehesten dadurch, dass man einer Ordensgemeinschaft beitrat, die sich der Krankenpflege verschrieben hat.“ Heute kaum noch vorstellbar, dass das Interesse an einer bestimmten beruflichen Tätigkeit dazu führt, in einen katholischen Orden einzutreten. Nicht nur weil es kaum noch junge Menschen gibt, die sich überhaupt für das Ordensleben interessieren, sondern vor allem deswegen, weil eine ganze Reihe von Berufen längst weltlichen Charakter hat. So eben auch der Beruf der „Krankenschwester“ oder, wie man sagt, der „Krankenpflegerin“ bzw. „Krankenpfleger“. Lediglich der Ruf nach der „Krankenschwester“ im Krankenhaus erinnert noch daran, dass das früher einmal ein geistlicher Stand war.

Dabei – so würde ich sagen – ist der Dienst am Menschen als Krankenpflegerin und Krankenpfleger mehr als ein Beruf, das ist eine Berufung.

Und genau solch eine Berufung trifft auf Florence Nightingale zu. Sie ist die Begründerin der modernen Krankenpflege und lebte im 19. Jahrhundert. Als hochgebildete Frau hat sie bis heute ihre Spuren hinterlassen und eine grundlegende gesellschaftliche Veränderung bewirkt.

Florence Nightingale trat zwar nicht in einen Orden ein, aber in ihrem Tagebuch schreibt sie: „Gott sprach zu mir und rief mich in seinen Dienst.“[1] Immerhin: Sie will Krankenpflegerin werden und muss lange kämpfen, um ihren Berufswunsch gegen ihre Eltern durchzusetzen. Ihre Familie gehört in England zur Oberschicht. Und nicht nur für diese Kreise war der Beruf der Krankenpflegerin damals verpönt: Krankenpflegerinnen galten als inkompetent, korrupt und vor allem als alkoholabhängig.

Florence Nightingale wird nicht nur Krankenpflegerin, sondern etabliert die Krankenpflege zu einem qualifizierten Ausbildungsberuf gegen dieses schlechte Image und gegen vielfältigen Widerstand. Dafür schreibt sie sogar ein Lehrbuch, das bis heute Gültigkeit besitzt, und gründet eine Krankenpflegeschule. Dabei half ihr sowohl eine genaue Beobachtungsgabe als auch ihr organisatorisches Talent, was sie unter anderem während des Krimkrieges 1854/55 in einem Kriegslazarett unter Beweis stellte.

Ihren Nachruhm kann man daran erkennen, dass der internationale Tag der Pflege bewusst auf ihren Geburtstag gelegt wurde, den heutigen 12. Mai. Daher Glückwunsch an alle Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger in den Krankenhäusern, Pflegeheimen und im ambulanten Dienst. Und herzlichen Dank für ihren Dienst an den Menschen, denn der ist nicht nur Beruf, sondern auch Berufung.



[1] Zitiert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Florence_Nightingale.

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