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Kirche in WDR 2 | 08.05.2024 | 05:55 Uhr

Da blüht uns was

Es gibt sie tatsächlich: Bomben, die nichts zerstören. Im Gegenteil. Ich spreche von Seedbombs. So nennt man Kugeln, die voller Samen für Gräser und Blumen stecken. Eine Bombe also mit Samen, die überall gut wachsen. Und daher sind sie für Bienen und andere Insekten wichtig. Seit einigen Jahren „zünden“ immer mehr Menschen solche Seedbombs in ihrer Umgebung. Straßenränder und bisher brache Flächen blühen wieder auf. Und das ist gut für das Klima. Diese Bomben brauchen nicht viel: Einmal Luft, Licht und Regen ausgesetzt, zünden sie: alles wächst und gedeiht.

Ob es sowas auch fürs soziale Klima gibt? Nicht zu kaufen, das ist klar... Letztens hab ich tatsächlich gehört von Seedbombs fürs Miteinander.
Die Moderatorin Bettina Rust hat davon erzählt. Sie hat sich angewöhnt, mit kleinen und sehr konkreten Hilferufen um sich zu werfen. Sie bittet wildfremde Menschen um Gefälligkeiten. Zum Beispiel vor der Umkleidekabine beim Shoppen, wenn sie vor dem Spiegel steht und sich fragt, ob sie das Teil nun kaufen soll oder besser nicht. Also fragt sie die Frau vorm Spiegel nebenan sowas wie: „Was meinen Sie, machen mich die neongelben Palmen auf Flamingorosa blass?“

Ähnlich wie bei den Blumen-Seedbombs entsteht da was Neues: Kontakt nämlich. Und dabei geht es nicht darum, neue Freunde oder den Menschen fürs Leben zu finden. Es geht ums sich kurz wahrnehmen.
Zu merken, dass das die meisten Menschen um uns rum eigentlich ganz nett sind.

Also – mich können Sie immer ansprechen: Fragen sie mich gerne nach dem Weg, nach einem Taschentuch. Ich passe auf ihre Tasche auf, wenn sie aufs Klo müssen, packe beim Kinderwagen mit an und hole im Supermarkt was aus dem Regal, das Sie nicht erreichen. Ich freue mich, wenn ich helfen kann. Und damit bin ich echt nicht allein! Wir „Ich freue mich, wenn ich jemanden kurz helfen kann-Menschen“ sind viele. Das heißt ja im Umkehrschluss: Wer nicht um Hilfe bittet, bringt andere um die Freude, mal eben hilfreich sein zu können.

Ich finde: Man könnte die Idee von Bettina Rust Social-Bombing nennen – also die anderen mit kleinen Bitten zu bombardieren und so viele kleine Kontaktblüten entstehen lassen.

Klar: Es braucht ein bisschen Mut, um Hilfe zu bitten. Aber: Was kann schlimmstenfalls passieren? Ein „nein“ ist doch völlig ok – kann ja keiner gezwungen werden. Die Chance ist doch viel größer:

Viele haben nämlich das Gefühl, dass wir immer mehr aneinander vorbeileben, versteckt hinter Handys sehen wir die Bedürfnisse der anderen nicht mehr. Warum also nicht anfangen, unsere Bedürfnisse in solchen kleinen Bitten zu äußern? Lasst uns doch mal hier aufrüsten: In unserer Hilfsbereitschaft und im Mut, um Hilfe zu bitten!

Ich bin mir sicher, so manche dieser „Können-Sie-mir-kurz-helfen-Kugeln“ gehen auf. Eine Art soziale Klimaerwärmung. Und das ist die einzig wünschenswerte.

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