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Kirche in WDR 2 | 29.05.2024 | 05:55 Uhr

Druck

Da sitzt er nun. Allein in diesem ungemütlichen kleinen Vorzimmer. Und wartet, ob er es geschafft hat. Ob er gut genug gewesen ist. Ob es gereicht hat und er angenommen wird.

Er hat lange auf diesen Moment hingearbeitet. Hat darin die Chance seines Lebens gesehen. Jetzt aber möchte er woanders sein. In seiner vertrauten Umgebung. Bei den Menschen, die er kennt und die ihn kennen. Bei denen er sich wohlfühlt. Sicher und geborgen und irgendwie zu Hause. Hier, in diesem Vorzimmer fühlt er sich überhaupt nicht geborgen. Und ob ihn hier jemand kennt? So wie er wirklich ist? Wohl kaum.


Immer wieder hat er sich gesagt, dass er besser werden muss. Hat sich selbst enorm Druck gemacht. Sich immer wieder aufgerafft, sich mehr angestrengt, mehr Mühe gegeben. Und trotzdem - immer wieder beschleicht ihn die Angst, dass das alles nicht ausreicht. Dass er durchfällt durch das Raster, dass er die ganzen Anforderungen nicht erfüllen kann.


Lange haben sich die Menschen Gott genauso vorgestellt. Wie eine strenge Prüfungs- oder Bewerbungskommission. Wo am Ende meines Lebens beurteilt wird, ob ich gut genug gewesen bin. Nicht nur mit meinen Fähigkeiten und meinem Auftreten. Sondern insgesamt als Mensch, mit allem, was dazugehört.


Lange hat diese Vorstellung Menschen Angst gemacht. Und lange ist diese Angst von kirchlicher Seite noch geschürt worden. Anstatt zu sagen: In Gottes Augen können wir nie gut genug sein. Egal, wie sehr wir uns anstrengen, egal, was wir erreichen - es ist ja immer noch mehr möglich an Nächstenliebe, an Mitgefühl, Freundlichkeit und guten Taten.


Deswegen ist es bei Gott anders als bei Prüfungen und Bewerbungen. Anders als in den Konkurrenzkämpfen unseres Lebens. Vor Gott geht es nicht ums Funktionieren oder darum, einen guten Eindruck zu machen und die richtigen Antworten zu geben. Bei Gott ist nicht die Frage entscheidend: Bin ich gut genug? Sondern: Kann ich mich lieben lassen? Kann ich den Gedanken zulassen, dass ich von Gott geliebt bin? Egal, was kommt und egal, wie gut ich bin? Kann ich mein Leben darauf ausrichten, dass ich bedingungslos geliebt werde? Darin meinen Halt finden und entsprechend handeln.


Sich von Gott lieben zu lassen und dann mich selbst, Gott und andere Menschen zu lieben - darauf kommt es an im Leben. Und so schwierig das ist - ich kann damit immer wieder neu anfangen. Unter anderem genau jetzt!



Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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