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Kirche in WDR 3 | 21.04.2014 | 07:50 Uhr

Unerwartet - Leben

Ich liebe Überraschungen – meistens jedenfalls. Zumindest die schönen. Egal ob es an Geburtstagen ist oder einfach mal so zwischendurch. Meistens genieße ich Unerwartetes. Vor allem an den Tagen, an denen mein Hoffnungspotential gerade mal auf einem Minimum schlummert. An Tagen, an denen es irgendwie nicht so richtig rund läuft.

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Heute, am Ostermontag, kann man im Gottesdienst einen biblischen Text von zwei Jüngern hören, zweien, bei denen es auch gerade nicht so gut lief. Sie waren in der Jüngergemeinschaft mit Jesus unterwegs und mussten miterleben, dass Jesus am Kreuz starb. Das wars dann wohl, werden sie gedacht haben. Also wieder zurück in den Alltag, better luck next time. Und dabei dachten wir doch, Jesus sei der Retter der Welt. Auf ihrem Heimweg in das Dorf Emmaus treffen sie dann unerwartet den auferstandenen Jesus, aber merkwürdigerweise erkennen sie ihn gar nicht. Vielleicht, weil sie so gar nicht mehr damit gerechnet hatten, ihn überhaupt wiederzusehen. Die Emmausjünger – so nennt man die beiden gerne – erzählen ihrem Begleiter, den sie immer noch nicht erkennen, von ihrer Enttäuschung und von ihrer Hoffnungslosigkeit. Diese Bibelstelle zeigt mir, wie nah man doch an der Wahrheit dran sein kann, ohne sie zu erkennen. Die beiden Emmausjünger jedenfalls gehen ein ganzes Stück mit dem auferstandenen Jesus, und am Ende der Strecke laden sie ihn zum Abendessen ein. Am Esstisch – ganz plötzlich - erkennen sie ihn. Genau genommen erkennen sie Jesus daran, wie er das Brot segnet und teilt. Haben wir es nicht irgendwie gewusst wird ihnen erst im Nachhinein klar. Die Bildsprache der Bibel findet dafür die schöne Formulierung: Brannte uns nicht das Herz? Mir macht dieses Bild deutlich, dass die Jünger mit dem Herzen längst erkannt hatten, womit der Verstand nicht rechnen wollte. Nämlich mit der Wirklichkeit, dass Jesus trotz seines Sterbens lebt.

Diese Wirklichkeit hat die Berechnungen der Emmausjünger durchkreuzt. In der Regel ist das kein Kompliment, wenn man jemandem nachsagt, er oder sie sei berechnend. Berechnend zu sein isoliert, weil das, womit man rechnet, ja in der Regel unmittelbar an die eigenen Erfahrungen angeknüpft ist. Vom anderen wird nicht mehr erwartet, als man sich selbst ausrechnet. Solange man berechnend lebt, geht es einem vielleicht so wie den Emmausjüngern, dass man wesentliche Begegnungen zuerst gar nicht als so entscheidend wahrnimmt. Anders ist es da bei denen, die das, was sie hoffen und erwarten, nicht durch die eigenen Erfahrungen eingrenzen. Öffne die Augen deines Herzens rät die Bibel. Wer weiß, vielleicht brennt da schon längst etwas. Vielleicht brennt da im Herzen ein Gedanke oder eine Gewissheit von besonderer Kraft. Burning people nennt man heute diejenigen, die mit einer inneren Gewissheit unterwegs sind. Die von einem Feuer erfüllt sind, ihnen immer wieder neu die Augen öffnet für besondere Begegnungen, für Menschen, die ihnen Mut machen und Hoffnung schenken.

Vielleicht machen Sie ja auch heute einen Osterspaziergang. Unerwartete und überraschende Begegnungen, vielleicht sogar mit jemandem, dem das Herz brennt, wünscht Ihnen Ingelore Engbrocks aus Oberhausen.

Copyright Vorschaubild: geralt Public Domain CCO Pixabay

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