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Kirche in WDR 3 | 12.05.2014 | 07:50 Uhr

Isaak und Ismael

Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer!

Zwei Kinder. Sie haben denselben Vater, aber verschiedene Mütter. Halbbrüder.

Der Ältere, Ismael, ist schon in der Pubertät. Nun hat er noch ein Brüderchen bekommen, den kleinen Isaak. Von Anfang an erlebt er: Um das Baby wird viel Wirbel gemacht. Isaak hier, Isaak da. Als der Kleine abgestillt ist, veranstaltet sein Vater ein großes Fest. Man feiert fröhlich und ausgelassen, dem kleinen Isaak zu Ehren. Der merkt genau, dass sich alles um ihn dreht. Sein Vater erfüllt ihm ja auch sonst jeden Wunsch.

Ismael spürt Bitterkeit in sich. Für ihn gab es nie solche Feste. Und seit der Kleine da ist, interessiert sich sein Vater kaum noch für ihn und auch sonst kaum jemand. Außer seiner Mutter. Auch sie ist nicht gerade gut auf den kleinen Isaak zu sprechen. Und auf dessen Mutter, ihre Konkurrentin, erst recht nicht.

Der kleine Isaak lernt wächst heran und Ismael macht oft wilde Spiele mit seinem kleinen Bruder. Dem gefällt das gut, er bewundert den Großen, der so vieles kann, was er noch nicht kann: schnell rennen und auf hohe Bäume klettern zum Beispiel. Einmal spielen sie im Wald. Ismael steigt auf einen Baum, Isaak schafft das natürlich nicht. Aber er will auch da hoch. Da nimmt der Große den Kleinen auf den Rücken und klettert mit ihm den Stamm hinauf. Sie sitzen nebeneinander auf einem dicken Ast, hoch über der Erde. Isaak strahlt vor Glück. Doch dann schwingt sich Ismael blitzschnell hinunter. Plötzlich kommt die angestaute Wut in ihm hoch. Soll dieser verwöhnte Zwerg doch sehen, wer ihm jetzt hilft. Als Isaak begreift, dass das kein Spaß mehr ist, fängt er zu brüllen an. Später weint er kläglich. Danach kommt es zu einem furchtbaren Familienkrach.

Liebe Hörerin, lieber Hörer, diese Geschichte steht in der Bibel, im Alten Testament. Ich habe sie nur wenig ausgeschmückt. Die Sache mit dem Baum zum Beispiel habe ich mir ausgedacht.

Wenn Kinder streiten, liegt das oft an den Problemen, die Erwachsene miteinander haben. Wie hier die beiden Frauen, die in eine Konkurrenzsituation kommen und der Vater, der sich dem Kind der anderen Partnerin intensiver zuwendet. Die familiären Verhältnisse im alten Israel lassen sich zwar nicht so einfach auf heute übertragen. Die menschlichen und allzu menschlichen Verhaltensweisen der Familienmitglieder schon eher. Komplizierte Konstellationen gibt es in fast jeder Familie. Die Bibel berichtet ganz nüchtern davon.

Fest steht für mich: Menschen in jedem familiären Zusammenhang sind für Gott gleich wertvoll. Deshalb ist es eine Aufgabe der Kirche, die vielen Formen von Familie wahrzunehmen: die klassische Kleinfamilie mit Mutter, Vater, Kindern ebenso wie Ein-Eltern-Familien, Patchworkfamilien, Kinderlose oder gleichgeschlechtlich Liebende.

In der evangelischen Kirche sind alle Formen bei den Mitgliedern vertreten und die Kirche bietet allen Raum, Gemeinschaft und Begleitung an. Das Thema Familie ist zurzeit ein Schwerpunkt, mit dem sich die Evangelische Kirche von Westfalen besonders beschäftigt. Maßgeblich ist hier, dass Menschen persönlich füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen. Dass sie dauerhaft, verlässlich und liebevoll verbunden sind. Auf dieser Grundlage können auch Konflikte ausgetragen und ausgehalten werden. So müssen Kinder diese Konflikte nicht stellvertretend für die Erwachsenen austragen.

In welcher Art von Familie Sie auch leben: Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute etwas von ihrer Liebe und Verlässlichkeit spüren. Ihr Andreas Duderstedt aus Bielefeld

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