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Kirche in WDR 3 | 08.06.2015 | 07:50 Uhr

Warum?

Autorin: Guten Morgen! Simplify your day – Vereinfache deinen Tag! – so heißt mein täglicher Abreißkalender. Dort war heute Morgen zu lesen:

Sprecher: „Fragen Sie warum?! Routine und feste Überzeugungen erleichtern Ihnen den Alltag. Wenn Sie sich jeden Morgen aufs Neue überlegen würden, ob Sie vor oder nach dem Frühstück duschen, wäre das viel zu anstrengend. Aber: Routinen können zu Zwangsjacken werden, und Überzeugungen sind manchmal schlichtweg falsch.

Autorin: Da könnte was dran sein. Mein Kalender hat auch gleich einen Tipp:

Sprecher: Hinterfragen Sie das Alltägliche immer wieder, z.B. Warum sehe ich abends so oft fern? Warum halte ich meinen Kollegen für inkompetent? Machen Sie’s dabei wie die Dreijährigen im besten Warum-Frage-Alter. Geben Sie sich nie mit der ersten Begründung zufrieden, sondern haken Sie mehrfach nach: Warum, warum, warum…..“

Autorin: Auch Jesus von Nazareth hat immer nach dem wahren Grund der Dinge gefragt. Zum Beispiel als seine Jünger am Sabbat, dem Ruhetag der Juden, an den Kornfeldern einige Ähren abrissen, weil sie Hunger hatten. So etwas war jedoch am Sabbat verboten – für diesen Tag gab es viele Regeln, was man tun durfte und was nicht. Einige Pharisäer, die streng darauf achteten, dass die Gebote eingehalten wurden, machten Jesus sofort auf den Fehltritt seiner Jünger aufmerksam. Daraufhin erinnert sie Jesus an eine Geschichte von König David, der ebenfalls ein Gebot brach, um seinen Begleitern zu helfen, und Jesus fügt hinzu: (Mk 2,27 Einheitsübersetzung)

„Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.“

Jesus fragt also nach dem Warum. Der Sabbat ist dem Menschen gegeben, damit er einen Tag Pause machen kann. Einmal Luft holen, die Seele baumeln lassen und Gott Raum geben, raus aus der Tretmühle des Alltags. Nicht jeder Tag soll sein wie der andere. Wir brauchen Ruhe und Erholung, um uns den Aufgaben in unserem Leben stellen zu können. Deswegen ist der Sabbat bzw. bei uns Christen der Sonntag ein Geschenk für uns Menschen.

Zur Zeit Jesu war daraus ein strenges Regelwerk geworden, das die Menschen geknechtet und eingeengt hat. Dagegen wehrte sich Jesus, indem er der eigentlichen Bedeutung des Sabbats auf den Grund ging.

Es geht eben nicht darum, die Dinge zu tun, weil sie schon immer so waren – oder weil sie vielleicht eine alte Tradition sind. Dann wird solch eine Routine zur Zwangsjacke. So soll der Sabbat nicht sein – und mein Sonntag auch nicht. Ich möchte sonntags nicht zum Gottesdienst gehen, weil man das von mir erwartet. Ich gehe regelmäßig – wenn auch nicht jeden Sonntag – in den Gottesdienst, weil es mir guttut.

Lassen Sie uns heut einmal aufmerksam sein für all das Gewohnte in unserem Leben. Hinterfragen Sie es einfach mal. Warum tue ich dieses oder jenes eigentlich? So bekommen auch alte Gewohnheiten wieder ihren Sinn. Ich wünsche Ihnen einen aufmerksamen Tag. Gott befohlen!

Ihre Johanna Krumbach, Pfarrerin in Augustdorf

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