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Kirche in WDR 3 | 27.01.2016 | 07:50 Uhr

Wer soll mit aufs Foto?

Familienfotos sind ja eine Wissenschaft für sich: Wer soll aufs Bild und wer nicht? Bei uns war neulich wieder so ein Familienfoto angesagt, weil es einen nagelneuen Jungen in der Sippschaft zu bestaunen gab. Und aufs Foto sollten deswegen nur vier Generationen Männer, bzw. Jungen: Ein Vater, drei Söhne, ein Enkel und ein Urenkel. Wir Frauen und Mädchen haben es locker genommen. Eine nette Momentaufnahme von 8 Mona-ten bis 85 Jahre – wenn auch eben eindeutig männerlastig.

Die Frage nach der richtigen Konstellation fürs Familienfoto taucht ja meistens auf, wenn es ein wichtiges Lebensdatum zu feiern gibt. Wie bei einer Hochzeit, bei der oft viele Kombinationen abgelichtet werden: Das Paar nur mit Eltern, nur mit Geschwistern, nur mit Patenkindern, und und und. Wer darf mit aufs Foto? Und auch: wer passt vielleicht nicht so ganz in Bild? Zählt nur die Blutsverwandtschaft, oder nicht auch immer mehr die Wahlverwandtschaften? Jedenfalls sagen diese Fotos viel aus über Familienkonstellationen – und dass das immer auch konstruiert ist. Bevor es Fotos gab, wurden die Familienkonstellationen gezeichnet. Der Stammbaum ist dafür die vielleicht klassischste Form.

Auch von Jesus gibt es diesen Stammbaum – die Evangelisten haben ihn gleich mehrfach aufgeschrieben. Und natürlich ist der ebenso konstruiert wie ein Familienfoto. Auch hier ist spannend zu sehen, wer dabei ist und wer nicht. Bei Jesu Stammbaum ist besonders interessant, dass sich auch Frauen ins Bild rücken. Und das zu einer Zeit, die eindeutig männerlastiger war als heute. Und nicht nur waren es Frauen: Alle waren entweder Ausländerinnen oder gehörten aus anderen Gründen nicht zur besseren Gesellschaft. Da ist beispielsweise Ruth, die aus dem verfeindeten Geschlecht der Moabiter stammte. Und auch unter den Männern im Stammbaum Jesu: Weiß Gott nicht nur Heilige. Aber gerade diese Menschen runden das Bild ab von der Konstellation, in die Jesus hineingeboren wurde. Sie sagen viel aus über seine Wurzeln. Und ich bin froh, dass die Evangelisten das nicht zu glatt erzählt haben. Fast moderne Verhältnisse.

Wer soll mit auf mein Bild? Wer ist wichtig für meine Wurzel, für das, was mich ausmacht?

Würde ich das große Bild meiner Wurzel konstruieren müssen, würde ich auf jeden Fall mehr Menschen mit aufs Bild nehmen, als die nächsten Verwandten. Für mich zählen noch andere Menschen dazu, die mich geprägt haben. Lebende und Tote, Heilige und Unheilige, die ich zum Teil nicht persönlich kenne, die aber wichtig sind. Sie prägen meine Wurzeln, meine Geschichte, machen mich mit aus.

Wer kommt wohl bei Ihnen mit aufs Bild,

fragt Pastoralreferentin Susanne Moll aus Aachen.

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