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Kirche in WDR 3 | 15.03.2016 | 07:50 Uhr

Danken

Guten Morgen! Bei einem Besuch in England las ich einmal den Satz „Count your blessings“. “Count your blessings" heißt übersetzt so viel wie: Erinnere dich an das, womit du gesegnet bist. Zähl mal das Gute in deinem Leben auf. Viele Ratgeber für ein glückliches Leben geben diesen Hinweis: Denke einmal am Tag an das, was Dir Gutes passiert ist.

Das gelingt mir immer wieder, aber nicht immer. Da geht’s mir wie vielen anderen. Nicht immer ist einem nach Dankbarkeit zumute - auch wenn sicher in jedem Leben viel Gutes zu finden ist. Aber Menschen trauern oder leiden. Menschen sind auf der Flucht und fühlen sich heimatlos. Menschen machen sich Sorgen um ihre Zukunft oder ihre Lieben.

Jesus hat dafür großes Verständnis. In der Bibel wird einmal erzählt, wie er zehn Aussätzige geheilt hat. Alle zehn werden gesund, aber nur einer kehrt zu Jesus zurück, um ihm zu danken. Das sind gerade mal zehn Prozent. Womöglich bildet diese Geschichte schlicht die Realität ab. Vielleicht empfinden nur zehn Prozent der Menschen im Alltag regelmäßig Dankbarkeit für das, was ihnen im Leben Gutes geschieht. Oder: Menschen sind vielleicht nur für zehn Prozent der Dinge dankbar, die ihnen täglich geschenkt werden.

Manchmal sind sie einfach gar nicht dazu fähig zum Danken. Sie sehen nicht, wo sie gesegnet sind. Zumindest scheint es nicht immer leicht zu sein, das Glück im Leben in Dank zu verwandeln. Und nicht jeder bringt dieses Glück mit Gott in Verbindung. In der Bibel lese ich immer wieder: Besprich alles, was dich im Leben bewegt mit Gott. Und danke ihm für alles, was er dir an Gutem im Leben schenkt. Und wenn neben dir jemand das nicht kann oder nichts Gutes mehr in seinem Leben entdecken kann: Drück du es stellvertretend für sie oder ihn vor Gott aus.

Aus Gesprächen, die ich als Pfarrer führe, weiß ich: Manchmal sieht eine nichts Gutes mehr in ihrem Leben. Weil es überdeckt ist von all dem Schwierigen. Von Katastrophen oder Abgründen. Es gibt Menschen, die verstummen in ihrem Leid. Nicht alle vertrauen sich dann einer Therapeutin oder einem Seelsorger an. Wenn sie es tun schweigen wir manchmal gemeinsam. Manche, die eine so schwierige Phase ihres Lebens überwunden haben, danken Gott. Dafür, dass sie nach allem Schrecklichen auch wieder Gutes in ihrem Leben wahrnehmen können. Dafür, dass es anderen, denen es schlecht ging, auch wieder besser geht.

Vielleicht ist der Geheilte, der in der Geschichte von den zehn Aussätzigen zu Jesus zurückkehrt, genau solch ein Mensch. Einer, der eben stellvertretend für die anderen zu Gott geht und ihm dankt. Und er wartet vielleicht geduldig darauf, dass sich die anderen auch irgendwann doch noch zu ihm stellen.

„Count your blessings“. Erinnere dich an das, womit du gesegnet bist. Sei dankbar für das Gute in deinem Leben. Wer das heute aber nicht kann, der kann zumindest klagen. Auch das gehört zum Gespräch mit Gott. Da hat nicht nur das Schöne Platz. Da darf auch das zur Sprache kommen, was schwierig ist, ärgerlich, traurig und deprimierend. Sogar Rachephantasien. Das alles ist besser, als wenn das Lebensgespräch mit Gott einfach abbricht.

Wem aber doch zum Danken zumute ist, der kann es heute vielleicht einmal stellvertretend für andere tun.

Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen immer wieder gelingt, mit Gott zu sprechen, ihm zu danken oder Ihr Schweigen in Worte zu verwandeln - für sie selbst oder stellvertretend für andere. Ihr Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

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