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Kirche in WDR 3 | 21.09.2016 | 07:50 Uhr

„Der flexible Mensch“

Guten Morgen!

Kürzlich hieß es in einer Stellenanzeige: „Wir erwarten von unseren Mitarbeitern Flexibilität, Kreativität, ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft; dafür bieten wir Bedingungen, unter denen das Arbeiten Spaß macht.“ – Das klingt auf den ersten Blick gut, nach Abwechslung und einem dynamischen Erfolgsteam, nach Spaßgesellschaft und einem Beruf, in dem man voll aufgeht und sich verwirklichen kann. Das klingt allerdings auch nach Dauerstress, nach 60-Stundenwoche und totaler Verfügbarkeit.

Flexibilität und Mobilität, so scheint es, sind heutzutage wichtige Erfolgsfaktoren, nicht nur im Beruf. Mein Job heute kann morgen schon gefährdet sein; die Firma, in der ich arbeite, kann verkauft werden; die Einnahmen, mit denen ich fest gerechnet habe, können wegfallen. Um langfristig planen zu können, braucht es Sicherheiten; doch damit mich Veränderungen nicht unvorbereitet treffen, gilt es, ständig offen zu sein für Neues, flexibel zu bleiben, sich viele Optionen offen zu halten. Unsere Gesellschaft und allemal die Wirtschaft brauchen den flexiblen Menschen, der sich ständig neuen Aufgaben stellt, der sein persönliches Umfeld hintanstellt und bereit ist, seine privaten Interessen denen der Firma und des Marktes unterordnet.

Aber bleibt dabei nicht Wesentliches auf der Strecke? Was ist da noch von bleibendem Wert, wenn nur der kurzfristige Erfolg zählt, das schnelle Geld, das launische Glück? Unser menschlicher Charakter ist doch vielmehr auf Kontinuität und Beständigkeit angelegt, auf Liebe und Treue, auf eine verlässliche Ordnung und auf tragfähige Beziehungen. Wie also gelingt es, flexibel auf all die Veränderungen und Herausforderungen zu reagieren und gleichzeitig sich selber treu zu bleiben? In einer Welt, in der alles im Fluss ist: Wie kann ich da stabile Beziehungen und menschliche Freundschaften pflegen, Traditionen bewahren, an Wertüberzeugungen festhalten?

In Momenten, in denen ich den Eindruck habe, dass mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird und ich selbst nicht mehr weiß, wer ich bin und was ich denken soll, kommen mir uralte Worte in den Sinn, gesprochen und gebetet vor langer Zeit und immer wieder, durch die Jahrhunderte hindurch – Worte, die auch heute für mich noch ihre Kraft entfalten:

„Herr, du hast mich erforscht, und du kennst mich.

Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.

Von fern erkennst Du meine Gedanken.

Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt;

du bist vertraut mit all meinen Wegen.

Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge –

du, Herr, kennst es bereits.

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz,

prüfe mich, und erkenne mein Denken!

Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt,

und leite mich auf dem altbewährten Weg!“ (Ps 139)

Es kann durchaus sein, dass Gott auch von mir, seinem Mitarbeiter, ein hohes Maß an Flexibilität, Kreativität und Einsatzbereitschaft erwartet. Aber ich bin mir sicher, dass ich in allem, was auch geschieht und was kommen mag, in ihm einen festen Stand habe und auf sein Wort zählen kann. Das genügt mir, auch in allen Wechselfällen meines Lebens.

Ich bin Peter Klasvogt aus der Kommende Dortmund.

Kommen Sie gut durch den heutigen Tag!

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