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Kirche in WDR 3 | 10.02.2014 | 07:50 Uhr

Berührt

„Können Sie mir mal einen Tipp geben, wo ich sonntags zur Kirche gehen kann?“ Die Frau, die mir diese Frage stellt, bringt mich in Verlegenheit. Bei uns im Ruhrgebiet gibt’s sonntags natürlich jede Menge Gottesdienste. Aber sie sucht nicht irgendeinen. „Ich bin schon in so vielen Kirchen gewesen“, sagt sie, „aber überall ist nur Wüste. Nichts, was mich wirklich berührt!“

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

Vielleicht geht es manchen von Ihnen ähnlich: Sie besuchen einen Gottesdienst; und verstehen nur Bahnhof. Eine Sprache aus fernen Zeiten; hohle Floskeln, veraltete Riten. „Einfach nur langweilig“, sagen viele. Kein Wunder, wenn die Kirchen sonntags leer sind.

Die Frau, die mich um einen Kirchen-Tipp bittet, ist traurig. „Überall nur Wüste!“ – Was für eine Sehnsucht! Ich erlebe das bei vielen Menschen, die unzufrieden mit der Kirche sind. Sie suchen ja etwas. Meist nicht das, was sie meist vorfinden. Keine hohlen Worte – sondern echten Trost. Erfahrungen, die die Hoffnung wecken, dass es mehr gibt als all das, was wir im Alltag sehen. Die Hoffnung, dass es Gott wirklich gibt.

Innerhalb wie außerhalb unserer Kirchen wird in den letzten Jahren viel diskutiert und gestritten. Bei uns im Bistum Essen tun wir das in einem „Dialogprozess“. Ohne Tabus soll da gerungen werden um die Zukunft der katholischen Kirche. Natürlich geht’s immer wieder um die üblichen Themen: Zölibat, Frauenpriestertum, Finanzen.

Aber irgendwann landet fast jede Diskussion an einem Punkt, der ans Eingemachte geht: Worum geht’s eigentlich wirklich? Warum ist mir Kirche wichtig? Was bedeutet mir der Glaube an Gott? Was hat er mit mir zu tun?

Wenn Gespräche an diesen Punkt kommen, wird klar, dass vieles, worüber wir so viel streiten können, gar nicht so wichtig ist. Es geht um viel mehr. Es geht um etwas sehr Persönliches: Woran glaube ich, worauf setze ich im Leben – und zwar auch dann, wenn ich völlig am Ende bin?

Aus den Diskussionen in unserem Bistum Essen ist ein Zukunftsbild entstanden – eine Vision, die mit sieben Worten auf den Punkt bringt, was uns wichtig ist. An erster Stelle steht das Wort „berührt“. Eine Religion macht keinen Sinn, wenn sie nicht berührt. Es geht darum, in der Seele von etwas berührt zu werden, was mich wirklich trägt. Es geht darum, mit Gott in Berührung zu kommen.

Nur deshalb gibt es Kirche. Alles, was bei uns in der Kirche geschieht, soll diesem Ziel dienen. Deshalb reden wir jetzt häufiger darüber, wie das geht – mit Gott in Berührung zu kommen. Plötzlich erzählen manche von sich; und davon, wie ihr Glaube sie im Leben trägt. Sie erzählen vom Beten, von religiösen Gefühlen, von der Bedeutung der Bibel in ihrem Leben. Und sie reden davon, woran es in unseren Gottesdiensten mangelt – und was hilft, sie attraktiver zu gestalten. Und es geht darum, was jeder einzelne von uns Christen tun kann, damit durch uns etwas von Gott spürbar wird: Durch unsere Freundlichkeit, durch unsere innere Ruhe, durch unser echtes Interesse an anderen Menschen. Vielleicht entstehen so wieder ein paar mehr Kirchen-Orte, die für viele Menschen ein Tipp werden: Weil man da berührt wird, tief in Herz und Seele.

Die eine oder andere berührende Erfahrung an diesem Tag – durch eine Begegnung, ein Aha-Erlebnis, eine Geste oder ein gutes Wort – wünscht Ihnen aus Essen Generalvikar Klaus Pfeffer.

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