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Kirche in WDR 3 | 03.07.2018 | 07:50 Uhr

Nahrung für die Seele

Guten Morgen!

Ich erinnere mich gerne an eine Frau: Sie war immer zur Stelle, wenn jemand nicht mehr am öffentlichen Leben teilnahm. Sie war aufmerksam und merkte, wenn sich jemand sehr lange zurückzog.

Wenn die Frau aus der Mittelstraße einfach andere zum Einkaufen schickte, nachdem ihr Mann ausgezogen war. Wenn der Mann aus dem Kornblumenweg die Öffentlichkeit mied, nachdem seine Frau gestorben war. In solchen Fällen war sie da:

Sie stand vor dem Haus, klingelte

und hatte ein kleines Blech unter dem Arm.

Unter dem Küchentuch bedeckt duftete ein noch warmer Butterkuchen.

Der Duft war meistens ein Einstieg zum Gespräch.

Wer sie an der Tür hatte, wusste: Ich werde vermisst!

Der Duft nach Zucker und Butter stieg sofort in die Nase.

Wer lässt im Lipperland schon so ein schönes Stück Butterkuchen vor der Tür stehen.

Kuchen, extra für mich gebacken?

Fürsorglich hatte die Bäckerin den Teig mit Händen geknetet, ausgerollt und sich Gedanken gemacht. Sie hatte angefangen zu backen, als sie selbst einmal trauerte:

Einen normalen Hefeteig, aber der Clou waren 100 kleine Löcher, die sie mit dem Finger eingedrückt, mit kleinen Butterflöckchen gefüllt und mit gehobelten Mandeln abgedeckt hatte. Wie tröstlich war der Duft von diesem Kuchen. Mit so einem Butterkuchen stand sie jetzt vor der Tür. Kaffee war schnell gekocht und dann wurde erzählt:

Wo ist das Leben gerade so beschwerlich.

Die Kuchenbäckerin hatte selbst ihren Mann verloren.

Sie wusste, wie schwer der Abschied fällt. Und so konnte sie Sorgen teilen.

In der Bibel gibt es viele Geschichten von Mahlzeiten, die Wunden heilen:

Als die Freunde und Begleiter Jesu nach seiner Hinrichtung um ihn trauern, ziehen sie sich in ihren alten Beruf als Fischer zurück.

Nachts machen sie sich auf. In den frühen Morgenstunden fischen sie im See Genezareth.

Aber wie das so oft ist: Wenn es schon dicke gekommen ist,

dann bekommt man noch eins zusätzlich auf die Nase.

Kein Fisch geht ins Netz. Hungrig sehen die Freunde die Sonne aufgehen.

Jetzt sind die Fische in die tieferen Schichten des Sees abgetaucht.

Nicht mal einen einzigen Fisch zum Frühstück haben sie.

Als sie am Ufer ankommen, wartet ein Fremder auf sie:

Er rät ihnen, einen neuen Versuch zu machen.

Ihre Berufserfahrung sagt: Unmöglich am hellen Morgen noch einen Fisch zu ergattern. Und doch werfen sie auf das Wort des Fremden die Netze aus.

?

Und ziehen ihren größten Fang an Land.

Wieder an Land erwartet sie der Fremde schon mit einem Kohlenfeuer und teilt mit ihnen Brot.

Auf dem schon glühenden Kohlenfeuer sind auch ein paar der frisch gefangenen Fische schnell gar. Der Mann, der ihnen diesen Fang bereitet hat, lädt sie zum Frühstück am See ein.

Da sitzen sie am Ufer und sehen auf das Wasser und in die Runde der Freunde mit dem Neuen.

Sie kommen nach Wochen der Trauer in eine wohltuende Gemeinschaft,

sie fühlen sich nicht mehr ausgesondert aus dem Leben, etwas Neues beginnt.

Nahrung für die Seele wünscht Ihnen Viktoria Keil, Pfarrerin in Barntrup und Sonneborn.

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