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Kirche in WDR 3 | 30.10.2018 | 07:50 Uhr

Gute Nachricht, falsche Nachricht? – Orson Welles und der ‚Krieg der Welten‘

Guten Morgen,

es ist wohl eine der größten Fake-News-Geschichten in der Radiowelt. Heute vor genau achtzig Jahren, setzt Orson Welles, der große Schauspieler, Autor und Regisseur im amerikanischen Radio den Roman „Der Krieg der Welten“ des britischen Schriftstellers H.G. Wells so echt in Szene, dass viele Radiohörer glauben, Bewohner vom Mars wären tatsächlich in die USA einmarschiert und würden nun Stadt um Stadt erobern. Welles inszeniert die Romanvorlage von 1898 so, dass die Handlung in den Vereinigten Staaten von 1938 spielt. Alles ist perfekt auf das Medium Radio abgestimmt. Musik und Nachrichten folgen zunächst wie gewohnt aufeinander. Dann aber werden die Nachrichten dringlicher. Berichte über das unerhörte Ereignis einer Invasion vom Mars mehren sich, Life-Reportagen vom Angriff Außerirdischer lassen den Eindruck entstehen, Erde und Mars befänden sich tatsächlich im Krieg. Die Wirkung des Hörspiels ist ungeheuer. Menschen geraten in Panik, viele stehen unter Schock. Und alles nur Fake!

Orson Welles ist ein grandioser Pionier. Sein Hörspiel ist bahnbrechend. „Der Krieg der Welten“ zeigt bereits in einem frühen Stadium, welchen Einfluss moderne Massenmedien haben. Und das Hörspiel vom Krieg der Welten zeigt, dass Schein und Sein so einfach nicht auseinanderzuhalten sind. Wer weiß, was wahr ist und was falsch? Acht Jahrzehnte später, im Zeitalter von Digitalisierung und Smartphone, hat sich die Sache weiter verkompliziert. Alles und jedes kann jederzeit in die Öffentlichkeit gelangen. Ungefiltert, ungeprüft und für jedermann verfügbar. Längst gehören „Fake News“ zur politischen Strategie: Wie viele Menschen an der Einführung des neuen US-Präsidenten teilgenommen haben? Irgendeine Zahl wird behauptet. Skandalgeschichten, die beunruhigen und verwirren – schwer zu sagen, ob eine Behauptung stimmt. „Fake News“, erfundene Nachrichten sind die neue Plage der Medienwelt. Ihre Macht ist nicht zu unterschätzen, denn sie sind Teil der Politik und des öffentlichen Lebens.

Wie aber Klarheit gewinnen, angesichts solcher Fake News oder der Behauptung, dies und das sei eine Fake News? „Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird“ (Mt 10, 26). Ich vertraue diesem Satz aus dem Munde Jesu: Denn an der Geschichte, an den harten Fakten, reiben sich Fake News auf. Im privaten wie im öffentlichen Leben. Eine Ehe, geschlossen ohne Liebe der Alltag wird sehr rasch die schöne Fassade zum Bröckeln bringen. Ein Projekt in der Politik, großspurig vorgetragen: die Zukunft wird erweisen, was wirklich dran ist. Am Ende zählt das, was Bestand hat, weil offenbar wird, was wahr ist. Daran knüpft sich für mich aber auch eine Haltung: Bin ich jemand, dem an der Wahrheit liegt, der sich für die Wahrheit einsetzt? Zeige ich, was hier und jetzt ansteht? Lebe und handle ich so, dass klar wird, woraus und wofür ich lebe. Und gebe ich dem Nächsten das, was er braucht und worauf er sich verlassen kann?

Ich wünsche Ihnen heute einen Tag, an dem Sie reichlich Gelegenheit haben, durch Ihr Leben und Tun der Wahrheit auf die Sprünge helfen!

Aus Essen grüßt Sie – Ihr Wilhelm Tolksdorf

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