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Kirche in WDR 3 | 27.11.2020 | 07:50 Uhr

Das letzte Hemd hat keine Taschen

So einmal im Jahr muß bei mir zu Hause grundlegend aufgeräumt werden. Also mit aussortieren, wegwerfen oder verschenken. Mir fällt das nicht immer ganz leicht. Denn bei vielen Büchern oder anderen Gegenständen könnte es ja noch den einen oder anderen Verwendungszweck geben. Aber da gibt es die goldene Regel: Was ich seit dem letzten Aufräumen im Jahr zuvor nicht mehr angefaßt habe, das kann weg.

Wir Menschen sind manchmal Jäger und Sammler. Ob das nun Briefmarken, Bücher, Zeitschriften oder andere Dinge sind, die sich anhäufen. Aber brauchen wir das alles auch wirklich? Vor einiger Zeit hat ein Bekannter von mir einen schweren Schlaganfall erlitten. Daß er den überhaupt überlebt hat, das hat er seiner Schwester zu verdanken, die in genau dem Augenblick bei ihm anrief, als es passierte und sofort den Notarzt verständigen konnte. Während er sich im Krankenhaus langsam erholte, habe ich mich mit seiner Schwester getroffen, um einige Erledigungen zu machen und auch die Wohnung zu sichten. Ich habe selten eine mit Regalen und entsprechenden Inhalten so vollgestellte Wohnung gesehen, in der kaum Platz zum leben war.

Räumt der nie auf? Wirft der nie etwas weg, waren meine Gedanken. Und ich mußte daran denken, wie schwer es mir oftmals fällt, sich von Dingen zu trennen, für die ich ja doch noch eine Verwendung finden könnte oder die doch noch für etwas nützlich sein könnten. Und was passiert dann mit all dem, wenn ich eines Tages mal nicht mehr bin?

Bei diesen Gedanken stoße ich immer auf den 49. Psalm, der von der Vergänglichkeit des Menschen handelt. Da heißt es: "Denn man sieht: Weise sterben. Gemeinsam gehen Tor und Narr zugrunde und lassen andern ihren Reichtum. Sie meinen, ihre Häuser bestehen auf ewig, ihre Wohnungen von Geschlecht zu Geschlecht. (...) Doch der Mensch bleibt nicht in seiner Pracht" Und dann folgt ein drastischer Satz: "er gleicht dem Vieh, das verstummt". Drastisch ist dieser uralte Psalm 49, ja. Aber: realistisch. Denn es ist doch so: Und wenn einer noch so viele Reichtümer anhäuft, im Tod nimmt er das alles nicht mit. „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, sagt ein Sprichwort.

Natürlich möchte ich niemandem die Freude am Sammeln nehmen. Auch ich sammle, archiviere und habe meinen Spaß dabei. Aber am Ende geht man dann doch nackt.

Und wenn ich jetzt auf meinen Schreibtisch schaue oder in meine Schober, dann – glaube ich – wird es wieder Zeit zum aufräumen und aussortieren.

In diesem Sinne wünsche ich einen aufgeräumten und sortierten schönen Tag! Ihr Jan Hendrik Stens aus Köln.

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