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Kirche in WDR 3 | 17.05.2021 | 07:50 Uhr

IDAHOBIT – Gottes JA!

Autorin: Guten Morgen!

 

Heute ist der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Auf englisch kurz: IDAHOBIT. Ein kleiner Zungenbrecher am 17. Mai. Und eine große Sache für Menschen wie mich.

 

Menschen wie mich. Ich bin evangelisch. Ich bin Pfarrerin, und ich bin mit einer Frau verheiratet. Wir haben Glück.

Wir haben das Glück, in einer Zeit zu leben, in der Homosexualität nicht mehr als Straftat oder als Krankheit gesehen wird. Wir werden nicht verfolgt, nicht eingesperrt, nicht therapiert. Wir haben das Glück, dass mutige Frauen und Männer vor uns dafür gekämpft haben, lieben und leben zu dürfen, wie sie möchten; wie wir möchten.

 

Seit 1990 ist Homosexualität offiziell keine Krankheit mehr. Am 17. Mai 1990 hat die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität als Krankheit von ihrer Liste gestrichen. Transsexualität erst 2018. Aber runter von einer Liste heißt ja noch lange nicht raus aus dem Kopf.

 

Mir sind in meinem Leben schon viele Blumentöpfe nachgeworfen worden und auf Partys gab’s oft diesen einen unangenehmen Moment, in dem sich einer betrunken rüber beugt und sagt: „Du hast einfach noch nicht den richtigen Mann getroffen.“ Die vielleicht schlimmsten Erlebnisse hatte ich aber mit Menschen, die sagen, sie glauben an Gott.

 

„Für eine wie dich schämt Gott sich.“ Das hat eine junge Frau mal mitten in einem Pädagogikseminar zu mir gesagt. Der Professor hat mich angesehen, genickt und einfach weitergeredet. Und ich. Ich hatte nicht den Mut, mein Buch zu nehmen und zu gehen.

 

Gott sagt in der Bibel:

 

Sprecher: „Ich werde die segnen, die dich segnen. Wer dir aber Böses wünscht, den werde ich verfluchen.“ (1)

 

Autorin: Ich glaube nicht, dass Gott mich als Zielscheibe für andere geschaffen hat. Ich glaube, Gott ist einer, der’s bunt mag. Und der’s gut findet, wenn sich Liebe verbreitet und nicht Hass und Gewalt.

 

Sprecher: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ (2)

Autorin: Das ist doch ein Statement. Ein guter Grund dafür, Regenbogen-Flaggen an Kirchtürme zu hängen und die Glocken zu läuten, wenn zwei kommen, die sich lieben und um Gottes Segen bitten.

 

Es wird Zeit sich von „Gott schämt sich für dich!“ als Kirche zu distanzieren und zu sagen „Gott freut sich, dass du da bist!“. Wer bin ich, abzulehnen, was Gott längst angenommen hat; wozu Gott längst „Ja!“ gesagt hat?

 

Der 17. Mai ist übrigens nicht nur ein Tag für Statistiken und Zungenbrecher, sondern auch der Tag meiner Konfirmation. Der Tag, an dem ich „Ja!“ zu Gott gesagt habe, nachdem er bei meiner Taufe vor vielen Jahren längst „Ja!“ zu mir gesagt hat. Und ich glaube wirklich, dass das das Einzige ist, was zählt: Gottes „Ja!“ zu einem Menschen.

 


Dass Sie dieses „Ja!“ Gottes zu Ihnen und zu Ihrem Leben spüren können, dass wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Julia-Rebecca Riedel aus Odenthal.

 

 Quellen:

(1+2) nach: Die Basis Bibel, 1. Mose 12,2.

 

 Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

 

 

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