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Kirche in WDR 3 | 24.07.2021 | 07:50 Uhr

Ruf- und hörbereit

Guten Morgen!

„Hoch die Hände, Wochenende!“ Die meisten von uns haben frei. Hoffentlich wird es ein schönes Wochenende. Einige allerdings müssen trotzdem arbeiten. Und wieder andere halten sich bereit, um einzugreifen, wenn es ein Notfall erfordert. Etwa beim Energieversorger, bei der Feuerwehr, im ärztlichen oder pflegerischen Dienst. Sie sind dann in Rufbereitschaft oder besser in Hörbereitschaft im Dienst am Nächsten. Für mich ist Jesus so einer, der in ständiger Ruf- bzw. Hörbereitschaft ist. Folgende Geschichte dazu (vgl. Mk 7,31-37): Es ist am See von Galiläa. Einige Menschen bringen einen Taubstummen zu Jesus. Sie bitten Jesus, ihn zu heilen. Und Jesus – in Ruf-, besser in Hörbereitschaft – hat ein Herz für ihn, holt ihn aus der Sprachlosigkeit heraus, – und damit auch aus der Isolation. Er tut dies nicht nur durch Worte, sondern durch eine tiefe Geste der Zuwendung, mehr noch: Jesus blickt zum Himmel, betet zum Vater und bringt den kranken Menschen dadurch gleichsam vor Gottes Angesicht. Und aus dieser Beziehung heraus spricht er dann mit ganzer Vollmacht zu dem Taubstummen: Effata, d.h. öffne dich! Da liegt die Vorstellung dahinter, dass wenn du dich von Gott angeschaut und geliebt fühlst, die Fesseln der Isolation gesprengt werden können. Die Taub-Stummheit verliert ihre Macht. Durchaus auch im übertragenen Sinn! Der Geheilte hört, wird selbst gehört, ist wieder gemeinschaftsfähig, weil Jesus ihn endgrenzt hat durch seine grenzenlose Zuwendung.

Doch es gibt eine Pointe der Geschichte: Der Kranke muss erst zu Jesus geführt werden. Anders konnte er zu Jesus ja keinen Kontakt aufnehmen. Er bedurfte mitfühlender Menschen, die eine Verbindung zu Jesus herstellen. Gott beruft da nicht die Fähigsten, sondern umgekehrt: er befähigt berufene Menschen, Jesus anzurufen, genauer: ihn anzugehen. So erst gelangt der Ruf an Jesu Ohr. Durch das beherzte Eingreifen der von Gott Befähigten. Und Jesus? Er hilft und heilt und befreit. Er löst damit ein, ganz präsent zu sein, damals, aber auch später, auch heute.Und so frage ich dann: Wo aber sind heute Stumme, Hörgeschädigte und Taube? Ich meine da nicht nur körperlich beeinträchtigte Menschen, sondern Menschen, die psychisch und seelisch belastet sind, die durch Enttäuschung, Leid, Ungerechtigkeit, Missachtung oder Machtmissbrauch oder sogar sexuellem Missbrauch stumm geworden sind oder nichts mehr hören können. Und das auf Allen gesellschaftlichen Ebene.Und ich würde noch weitergehen: Hörgeschädigt sind auch diejenigen, die die Not all dieser anderen überhören! Die allgemeine Hörbereitschaft ist, wenn ich das recht sehe, stark beeinträchtigt. Und das macht die Not der Kranken noch schlimmer. Kranken und notleidenden Menschen Gehör und Sprache zu schenken, das kann umgekehrt Vertrauen und Teilhabe am Leben ermöglichen. Es geht darum, eine neue Hörbereitschaft zu entwickeln, zu entdecken, sich in Rufbereitschaft zu begeben! Der Geheilte kann wieder richtig reden, wenn ihm Gehör geschenkt wird. Die Heilung liegt nach dem Evangelium in der Öffnung. Effata! In einer Öffnung hin zu den Menschen, die jetzt unsere Zuwendung benötigen. So hat sich Gott in Jesus ja ganz dem Menschen geöffnet. Ein offenes Ohr wünscht uns allen André Müller aus Gladbeck.
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