Aktuelles

Beiträge auf: wdr3 

katholisch

Kirche in WDR 3 | 17.01.2022 | 07:50 Uhr

Geflügelter Schutz

Guten Morgen!

Auch mich hat es erwischt: Ich bin einer von gut sieben Millionen Menschen in Deutschland, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren. Und obwohl ich jetzt als 40-jähriger statistisch gesehen zur Gruppe der weniger gefährdeten Menschen gehöre, war es hart! Dabei hat eigentlich alles ganz harmlos angefangen: Ein paar merkwürdige Muskelzuckungen und vielleicht ne Portion Müdigkeit mehr als gewöhnlich, das wars. „Das ist ein Muskelkater“, so lautete dann auch die saloppe Antwort eines zu Rate gezogenen Arztes. Von wegen!

In den folgenden Tagen kam die ganze Palette der Symptome, die ich bislang nur aus den Medien kannte: hohes Fieber, Appetitlosigkeit, schweißdurchtränkte Nächte, Sauerstoffmangel und totale Kraftlosigkeit. Aber wissen Sie, was für mich am belastendsten war? Ich wusste nie, wie es mit mir und dem Virus weiterging. Daher lautete die bange Frage immer wieder aufs Neue: Was bringt denn der neue Tag wohl wieder so an negativen Überraschungen mit sich?

Mein Glück im Unglück war: Ich hatte mir das Virus bei einer Reha im Krankenhaus eingefangen und war medizinisch bestens versorgt. Dem Pflegepersonal im Krankenhaus bin ich sehr dankbar und doch war ich 99% der Zeit allein. Zwei Wochen Quarantäne, die haben ganz schön an meinen Nerven genagt. In diesen vielen einsamen Stunden hat mir ein Hinweis meiner Mutter geholfen. Sie selber war vor einigen Jahren in einer ähnlich schwierigen Situation. Damals hat sie einen Satz immer und immer wiederholt, der stammt aus den uralten Gebeten der Bibel, den sogenannten Psalmen. Er lautet: Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht, bis das Unheil vorübergeht (Ps 57,2).

Trotz seiner Kürze, war da für mich alles drin, was ich mir in dieser Situation so sehr gewünscht habe, aber gar nicht selber ausdrücken konnte: Schutz, Geborgenheit, die Nähe Gottes! Mehrmals am Tag habe ich diese wenigen Worte gebetet und spürte dabei nicht selten, wie mir dabei Tränen übers Gesicht liefen. Endlich konnte sich die innere Anspannung, die Sorge vor den nächsten Stunden zumindest für einen Moment lösen. Selten war ich so dankbar für einen Tipp meiner Mutter.

Inzwischen liegt die Krankheit lange hinter mir. Und doch werde ich die langen Tage in der Isolation niemals vergessen. Dafür war es einfach zu heftig. Aber ich will mich gar nicht nur an das Schlechte erinnern, das mache ich doch viel zu häufig. Hoffentlich vergesse ich auch nicht den liebevollen Einsatz der Krankenschwestern, die vielen mitfühlenden Genesungswünsche und auch nicht: wie mich die Worte des Psalms in dieser schwierigen Zeit unterstützt haben.

Manchen Hörerinnen und Hörern wird es gerade auch nicht gut gehen, einige werden Corona positiv sein. Ich wünsche auch ihnen allen einen Satz, ein Wort, ein Gebet, das sie aufrichtet und tröstet. Vielleicht ist es ja der Zuspruch aus Psalm 57: Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht, bis das Unheil vorübergeht.

Ihr Pastor Simon Schwamborn aus Lippstadt

katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen