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Kirche in WDR 3 | 05.03.2022 | 07:50 Uhr

Warum ich in der Kirche bleibe

Liebe Hörerinnen und Hörer.

Der TV-Moderator Markus Lanz antwortete in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT, auf die Frage „Können Sie in dieser Kirche bleiben?“ wie folgt: „Diese Institution demontiert sich selbst, auf die schlimmste Weise. Das ist besonders deshalb tragisch, weil wir die Kirche eigentlich dringend bräuchten. In einer Zeit tiefer Wertekrisen, wäre sie wichtig, um moralischen Halt zu geben.“[1]

Dann berichtet Lanz, dass er durch einen Priester seiner Kindheit und Jugend gefördert und begleitet wurde, ohne den er nicht dort wäre, wo er jetzt ist. Und er beschreibt seine momentane Zerrissenheit: „Es geht nicht mit dieser Kirche, aber in einer Welt ohne Kirche möchte ich auch nicht leben… .“

Es wird Sie nicht überraschen, liebe Hörerinnen und Hörer, dass es mir genauso ergeht. Katholische Kirche in dieser Form will und kann ich nicht mehr unterstützen. Ihr überidealisierter Heiligenschein, ihre rigoristische Sexualmoral, ihre männerbündische Struktur – und vieles andere. Und dennoch trete ich nicht aus. Warum um Himmelswillen? Warum? Weil man neben der „Kriminalgeschichte des Christentums“, so wie es der brillante Kirchenkritiker Karl-Heinz Deschner getan hat, auch eine „Heilungsgeschichte des Christentums“ schreiben kann. Und ich bin mir sicher: Diese Geschichte ist noch weitaus umfangreicher als das zehnbändige Werk von Deschner.

Bei der Heilungsgeschichte des Christentums geht es nämlich um die Umsetzung der Idee einer universalen Nächstenliebe. Und die verbindet letztlich alle, die sich für soziale Gerechtigkeit und Grundrechte aller Erdenbewohner einsetzen: vom atheistischen „humanistischen Weltbund“ über Greta bis zur kleinsten NGO.

Aber für mich kommt noch was dazu, warum ich in dieser Kirche bleibe. Ich verdanke nämlich dieser Kirche, dass sie die Botschaft Jesu von dieser unbedingten Liebe und der österlichen Freiheit und Hoffnung durch die Jahrtausende getragen hat. Für mich zeigt sich das an einem Lied aus dem Nachtgebet der Kirche der sogenannten „KOMPLET“. Von Manila bis Mülheim an der Ruhr, im Hochland von Peru und in Massachusetts wird es gebetet – oft auch gesungen. Ob in steinalten Klöstern oder in windschiefen Slumhütten: Christen schwingen sich ein in das uralte tröstende Gebet der Kirche: „Te lucis ante Terminum…“ oder auf Deutsch:


Einspieler: „Bevor des Tages Licht vergeht, oh Herr der Welt hör dies Gebet, behüte uns in dieser Nacht durch Deine große Güt‘ und Macht. Hüllt Schlaf die müden Glieder ein, lass uns in Dir geborgen sein und mach am Morgen uns bereit zum Lobe Deiner Herrlichkeit…“


Ich weiß mich getragen und getröstet von der Hoffnung, die aus dem Lied spricht. Und ich fühle mich verbunden mit so vielen Menschen, die dieses Gebet Abend für Abend beten.

Deshalb bleib ich dabei. Ich will mit allen, die guten Willens sind, in dieser Kirche für diese Hoffnung und die Liebe eintreten. – Und ich will mich im Gebet immer wieder vergewissern: Denk an die österliche Hoffnung Willibert. Nichts ist vergebens, keiner geht verloren: Du brauchst keine Angst zu haben.

[1] Zeit online: 26. Januar 2022, https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-01/kirchenaustritt-katholische-kirche-enthuellungen?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F.

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