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Kirche in WDR 3 | 28.02.2022 | 07:50 Uhr

Humor zum Überleben

Liebe Hörerinnen und Hörer,

auch Köln hat jetzt den Ersatzrosenmontagzug abgesagt. Gut so! Es wäre doch zynisch, einen närrischen Tatzelwurm, wenn auch nur, wie ursprünglich geplant, durch ein Fußballstadion ziehen zu lassen, während ein Zug von Panzern und Geschützen in ein unschuldiges Land einrollt. Dieser Einmarsch in die Ukraine ist ein Verstoß gegen das Völkerrecht! Neben der Pandemie und dem todtraurigen Bild was unsere Kirche abgibt nimmt mir nun auch der Krieg den Atem.

Was soll ich da sagen? Es ist zum depressiv werden. Und weil ich dieses Gefühl persönlich zur kenne, hilft mir in diesen düsteren Zeiten ein Mensch, der Schreckliches erlebt und damit umzugehen gelernt hat: Es ist der berühmte jüdische Neuro- und Psychologe Viktor E. Frankl. Er erlebte die Schrecken des Nationalsozialismus am eigenen Leibe. Sein Vater starb im Lager Theresienstadt. Seine Mutter wurde in Auschwitz vergast, seine Frau starb im KZ Bergen-Belsen. Er selbst überlebte nur knapp Auschwitz und Dachau. Als man Ihn fragte, welche innere Kraft ihm geholfen habe diese entsetzliche Hölle zu überleben, antwortete er: „Der Humor.“ Wie bitte? KZ und Humor in einem Satz. Bei jedem anderen wäre diese Zusammenstellung tiefster, grausamer Zynismus.

Nun muss man wissen, dass das gesamte therapeutisch/philosophische Werk von Frankl auf der Erkenntnis beruht: Selbst die dunkelsten Zeiten können überlebt werden, wenn es dem Menschen gelingt, eine innere Perspektive zu verfestigen, die ihn von den äußeren Umständen befreit. Und Frankl nennt zwei Kraftquellen, die diese innere Befreiung und Erlösung nähren können: Die Religion und der Humor.

In der Tat, gerade heute, am ungewöhnlichsten Rosenmontage meines Lebens wird mir immer klarer, dass Humor und Religion Bruder und Schwester sind. Und gerade der jüdische Esprit belegt dies.

Mitten in der schlimmsten Verfolgung im Nazi-Deutschland machte folgender Witz in der jüdischen Gemeinschaft die Runde. Vor einer brennenden Synagoge steht ein SS-Mann neben dem Rabbi: „Na, Itzig“ höhnt der Sturmführer, jetz biste verzweifelt, wa?!“ – „Nein, warum sollte ich verzweifelt sein?“, antwortet der Rabbi, “schau: Entweder es gibt einen Gott, dann wird Euer Spuk irgendwann vorbei sein, und es wird wieder Raum sein für Gerechtigkeit und Liebe. Oder es gibt keinen Gott. Nu, wofür brauchen wir dann eine Synagoge?!“

Was für eine Souveränität, welch innere Freiheit angesichts des Grauens! Ja, das ist es, was mir Trost und Halt gibt. Dieser Perspektivwechsel – diese unsterbliche Hoffnung. Das Leid und die Finsternis werden nicht das letzte Wort haben. Was mich trägt ist die österliche Freiheit. Und dann kann ich ohne Zynismus, selbst in Traurigkeit und Dunkelheit noch lachen.

Da sagt euer bergische Jung: Willibert Pauels

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