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Kirche in WDR 3 | 10.05.2022 | 07:50 Uhr

Was kann überhaupt gesagt werden?

Gott sei Dank gab es für den 08. Mai 2022 vor einiger Zeit eine Absage.

Das Comitee Düsseldorfer Carneval hatte tatsächlich geplant, am Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkriegs den Rosenmontagszug nachzuholen. Nach Protesten ist davon abgesehen worden.

Mittlerweile ist nun auch der dann auf den 29. Mai verlegte Rosenmontagszug abgesagt.

Wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und dem damit verbundenen Leid, hieß es.

Ich finde es absolut richtig, dass so entschieden worden ist.

Denn ist es denkbar, ausgelassen auf den Straßen zu feiern, wenn gleichzeitig in einem Krieg Menschen sterben und Millionen auf der Flucht sind?

Aber Hand aufs Herz: was geht dann überhaupt noch?

Was ist an Feiern und ausgelassener Stimmung möglich, wenn Schrecken, Tod und Trauer an anderen Orten herrschen?

Natürlich kann ich angesichts des Krieges in der Ukraine hier nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Aber, was kann ich überhaupt noch tun?

Und was kann überhaupt gesagt werden?

Bei solchen grundsätzlichen Fragen hilft mir immer ein Blick in eine Art Kompass.

Die Bibel, das „Wort Gottes“, ist dieser Kompass für mich.

Erfahrungen der Menschen mit ihrem Gott auf dem Weg durch die Zeit.

So findet sich im Buch des Weisheitslehrers Kohelet das Gedicht über die Zeit:

(Sprecher) „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären / und eine Zeit zum Sterben, (…) eine Zeit zum Töten  und eine Zeit zum Heilen, (…) eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz“ (Koh 3,1-4)

Alles hat seine Stunde!

Das könnte meinen, dass sowohl Freude und Ausgelassenheit sein darf, weil es eben seine Stunde hat.

Und wenn es für jedes Geschehen unter dem Himmel eine bestimmte Zeit gibt, dann hat jede Zeit auch eine Frist. Jedes Geschehen kommt also auch an ein Ende.

So hoffe ich mit diesem biblischen Gedicht, dass nach der Zeit des Tötens, die Zeit des Heilens und des Friedens kommen wird.

Ein besonderes Fest des Friedens haben die Kirchen an Ostern gefeiert.

Den Auftakt hierzu bildet das Geschehen am Palmsonntag.

An diesem Tag berichtet die Bibel vom umjubelten Einzug des Jesus von Nazareth nach Jerusalem. Jesus reitet auf einem Esel nach Jerusalem und erhebt damit selbst den Anspruch, als besonderer König einzuziehen.

Er greift damit eine Ankündigung des Propheten Sacharja auf. Der auf einem Esel reitende Friedenskönig hat ein besonderes Friedensprogramm:

(Sprecher) „Ausmerzen werde ich die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, ausgemerzt wird der Kriegsbogen. Er wird den Nationen Frieden verkünden.“ (Sach 9,10)

Jesus bezieht sich also ganz bewusst auf diese Verheißung des endzeitlichen Friedenskönig. Dafür trägt er die Konsequenz mit seinem Tod am Kreuz.

Und an Ostern feiern wir, dass er den Tod besiegt hat und von den Toten aufersteht.

Wie sehr wünsche ich mir, dass mit dem Kommen dieses Friedensfürsten der Gewalt und dem Krieg ein Ende bereitet wird.

Aber von Gott her kann ich dies nicht durch einen göttlichen kriegerischen Eingriff erwarten.

Diese Diskrepanz zwischen ersehntem Frieden und tatsächlichem Krieg bleibt bestehen. Mit der Botschaft des endzeitlichen Friedensfürsten ist aber jede Begründung eines Kriegs von Gott her als Häresie entlarvt:

Mit Gott einen Angriffskrieg legitimieren zu wollen, ist falsche Rede von Gott.

Noch immer ist kein Frieden in der Ukraine und an anderen Orten der Welt in Sicht.

Dies schmerzt und bleibt beklagenswert. Krieg ist aber nicht von Gott gewollt und uns allen ist Frieden verheißen.  Konkret werden muss er in erster Linie durch kluges politisches Denken und Handeln.

Aber auch durch lebendige Erinnerung an die Friedensverheißung und Gebet für den Frieden.

Darauf hofft Peter Krawczack aus Düsseldorf

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