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Kirche in WDR 3 | 06.07.2022 | 07:50 Uhr

Ruh dich ein wenig aus

Guten Morgen, lieber Hörerinnen und Hörer!

Ich reise gerne. Ich denke, das teile ich mit vielen Menschen. Ich reise auch gerne in die weite Welt: USA, Kanada, Israel, China, Russland, Nicaragua, Armenien, Lettland, Litauen… Ach, wo ich schon überall gewesen bin. Oft auch gerne ans Mittelmeer, nach Italien, nach Griechenland, nach Kroatien… Irgendwie packt mich oft das Fernweh, und ich möchte andere Kulturen, Religionen, Land und Leute kennen lernen. Irgendwie habe ich das im Blut. Schließlich war mein Vater Steward auf hoher See und hat mir immer viel von seinen manchmal oft längeren „Landgängen“ erzählt, bis er wieder anheuern konnte.

Aber irgendwie hat sich meine Reiselust verändert. Wahrscheinlich ist das der Pandemie geschuldet, die mir gezeigt hat, dass es durchaus gefährlich sein kann, in dieser Zeit zu verreisen. Mit anderen Priestern haben wir jetzt schon mehrfach einen Besuch in Peru aufgeschoben, wo wir unseren Kollegen und Mitbruder Norbert besuchen wollen, der dort mehrere Gemeinden am Fuße der Anden leitet und früher Gefängnisseelsorger in Lima war.

Früher wäre mir das nicht passiert: aufschieben. Allerdings habe ich mir jetzt irgendwie überlegt, dass eine andere Zeit dran ist. Kein Urlaub weit weg, voller neuer äußerer Anreize, nicht immer Neues sehen und erkunden, sondern den Urlaub einfach mal zu nutzen, um auf die kleinen Dinge zu achten und diese Wert zu schätzen. Einfach mal ein paar Tage ausspannen beim Wandern, einfach mal jeden Tag kleine Oasen der Ruhe entdecken, einfach mal Abende ohne Termine mit Freunden oder einem guten Buch auskosten. Einfach mal auch mehr Zeit fürs Beten nehmen. Und dann mal auch ein paar Tage wegfahren, dorthin, wo ich mich einfach erholen und Kraft schöpfen kann – gar nicht so weit weg.

„Das hältst Du nicht lange durch“, sagen mir Freunde. Na ja, wer weiß. Versprechen gebe ich da nicht ab. Aber diese freien Zeiten jetzt einmal anders zu verbringen, dazu braucht es für mich auch sehr viel Mut. Das klingt vielleicht merkwürdig. Aber das ist so. Ich brauche dazu Mut! Warum? Weil es eine neue Herausforderung ist. Und das wurde mir klar durch ein Wort Jesu, das mich wie ein Blitz getroffen hat. Ich habe es schon hunderte Male gehört. Aber in einem Gottesdienst stockte mir der Atem: Du bist ja auch gemeint, wenn Jesus sagt (Mt 11,28): „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“

Ja klar! Mensch, ich bin doch selber gemeint! Ruhe finden. Nicht immer nur auch noch im Urlaub immer was Neues sehen und entdecken. Einfach mal ausruhen, genauer hinschauen, das Unscheinbare genießen, verweilen. Genau das hat mich bisher auch die Pandemie gelehrt: Ruh dich ein wenig aus! Auch jetzt im Sommer, in den Ferien. Verstehen sie mich bitte richtig: Ich gönne jeder und jedem auch in diesem Jahr die große Urlaubsreise. Und ich wünsche Ihnen viel Freude. Aber ich habe mich mal aus diesem Modus verabschiedet. Wahrscheinlich werde ich auch mal wieder Neues entdecken wollen, aber dieses Jahr gilt für mich: Ruh dich ein wenig aus!

Das wünscht auch ihnen

André Müller aus Gladbeck.

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