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Kirche in WDR 3 | 24.10.2022 | 07:50 Uhr

Brief an Teresa

Liebe Teresa von Avila!

Im digitalen Zeitalter ist es eigentlich recht altmodisch einen Brief zu schreiben, aber das ist heute einfach mal fällig. Ein bisschen verrückt ist es auch, an eine längst verstorbene Frau zu schreiben, aber das wird dich nicht kümmern, denn „Verrückt-sein“ stand bei dir vor 500 Jahren wohl regelmäßig auf der Tagesordnung. Sonst hättest Du nicht so viel für die Bildung von Frauen deiner Zeit erreicht – ja sogar heimlich Klöster gründen können. Das will ich dir nämlich nun gleich als erstes schreiben: Du bist eine von den Frauen, die mich faszinieren, beeindrucken und deren Einsichten und Ratschläge für mich am Montagmorgen noch im Jahre 2022 hilfreich sind.

Ich sitze am Küchentisch. Neben meiner Kaffeetasse liegen Einkaufs- und lange To-do-Listen. Wie soll ich das alles nur schaffen? An meiner Pinnwand hängen ein paar Kärtchen mit Zitaten aus deinem Munde. Zum Beispiel dieser Satz: „Man muss nicht alles an einem Tag fertig haben wollen.“ Anscheinend teilen wir beiden Frauen die Erfahrung, dass wir uns manchmal einfach zu viel vornehmen - das macht echt Druck. Du hast Recht, es muss nicht gleich alles heute fertig werden. Ich will mich nicht übernehmen. Ich werde Prioritäten setzen und mir die Kräfte für die neue Woche gut einteilen.

Das hier ist auch von dir: „Tue deinem Leib des Öfteren etwas Gutes, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen!“ Diesen Ratschlag mag ich auch mit in die neue Woche nehmen, damit ich darauf achte, gesund zu bleiben. Was meinem Körper gut tut? Na, vielleicht ein Stückchen Schokolade. Auf jeden Fall Bewegung und frische Luft. Und was tut meiner Seele gut? Da schlägst du mir das Beten vor. Du hast es selbst erfahren und darum behauptet: „Mit Gott können wir reden, wie mit einem guten Freund, mit dem wir gern und oft zusammenkommen, weil wir sicher sein können, dass er uns liebt.“

Liebe Teresa, deine Worte sind 500 Jahre alt, aber sie klingen noch immer so erfrischend. Nach langem Suchen warst du dir sicher, dass es eine grenzenlose Liebe Gottes gibt. Gott zu lieben - ein ganz großes Thema für dich! Und: „… deinen Nächsten zu lieben, wie dich selbst!“ Diese Worte Jesu wolltest Du damals praktisch umsetzen. Du hast dich für Kranke engagiert, auf Reichtum verzichtet, dich mutig für ungerecht behandelte Menschen eingesetzt und und und … lauter starke Sachen. Darum bist du ja auch später in der Kirche heiliggesprochen worden und bist als erste Frau überhaupt zur „Kirchenlehrerin“ ernannt worden. Eine Powerfrau im großen Stil .

Aber am meisten fühle ich mich mit dir verbunden, wenn deine kurzen Sätze auf den Kärtchen an der Pinnwand mich auf gute Gedanken bringen: meine Kräfte einteilen und für Leib und Seele sorgen! Hätteste vielleicht nicht gedacht: Aber auch 500 Jahre später noch bist du eine Inspiration, liebe Teresa von Avila. Du starke, fromme, geerdete Kirchenlehrerin des Alltags mit Gott.


Viele Grüße sendet dir Annkathrin Tadday aus Detmold

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