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Kirche in WDR 3 | 06.12.2022 | 07:50 Uhr

Nachbar Nikolaus

Einen schönen Dienstagmorgen! Ob Sie es glauben oder nicht: Ich kenne den Nikolaus. Er wohnt hier bei mir in Düsseldorf auf der Nikolausstraße, ist etwas über 70 Jahre alt und hat in diesem Jahr mit seiner Frau Goldene Hochzeit gefeiert. An 364 Tagen im Jahr ist sein Name Klaus. Doch heute ist er – wie seit vielen Jahren – der Nikolaus. Generationen von Kindern hier im Dorf haben ihn in unserer Kirche besucht und mit ihm einen kleinen Gottesdienst gefeiert. Und so wird es auch heute sein.

Nikolaus und Kinder? Vielleicht bekommen manche ein mulmiges Gefühl, wenn sie an ihre eigene Kindheit zurückdenken. Hatte der Nikolaus doch jahrhundertelang in seinem goldenen Buch alle Verfehlungen des Jahres notiert. Und wenn ihn dann noch der furchteinflößende Knecht Ruprecht begleitete, war die Freude über diesen Gast meist endgültig vorbei.

Das goldene Buch und die traditionelle Frage, ob das Kind im vergangenen Jahr „brav war“, hat wohl mit einem Gleichnis aus der Bibel zu tun. Jesus erzählt darin von den anvertrauten Talenten. Der Gutsherr geht auf Reisen und verteilt sein Vermögen. Als er nach einem Jahr wiederkommt, fragt er, was die Verwalter daraus gemacht haben. Verdoppelt? Sehr gut! Vergraben? Nichts draus gemacht? Sehr schlecht!

In diesem Sinne verzweckt wurde der Nikolaus zum Oberlehrer: „Was hast du im letzten Jahr aus dem gemacht, was in dir steckt?“ Wer da keine befriedigende Antwort hatte, bei dem kreiste eben die Rute. Aber mit diesem Missbrauch des Heiligen Nikolaus für schwarze Pädagogik tut man ihm wirklich unrecht, denn der Legende nach war er ein Freund der Kinder und Wohltäter allen, die hilfebedürftig oder in Bedrängnis waren. Deshalb haben sich immer schon Menschen gerne unter seinen Schutz gestellt. So ist er u.a. der Patron der Seefahrer und Fischer, der Gefangenen, Prostituierten und Juristen, der Metzger, Bäcker und auch Schutzheiliger von Studenten, Schülern und eben der Kinder.

Und die erwarten ihn heute, hier in Düsseldorf, voller Freude. Denn: In seinem Buch steht nicht, was sie falsch machen. Im Buch des Nikolaus von der Nikolausstraße steht, was sie gut machen. „Du kannst toll lachen und steckst damit andere an.“ „Du bist eine, auf die man sich verlassen kann, wenn man sich mal weh getan hat.“ „Mit deinen schönen Bildern, machst du anderen Menschen Freude.“ Wer diesem Nikolaus begegnet, fühlt sich danach nicht klein und wertlos, sondern stark und gut und reich beschenkt. Ist das nicht schön? Vor einen solchen Heiligen stelle ich mich auch als Erwachsener noch gerne, denn wer braucht das nicht, dass jemand sagt: „Du bist klasse“ und „In dir steckt etwas besonderes“ Und wissen sie was? Der Nikolaus hat all seine guten Taten immer im Verborgenen getan. Ich bin mir sicher, selbst wenn er heute nicht mit Mitra und Bischofsstab vor ihnen steht, dass er auch zu ihnen heute sagt: „Ich lese in meinem Buch: Du bist ein guter Mensch.“ Lassen sie sich heute vom Heiligen Nikolaus mit Kraft und Energie für diesen Lebenstag beschenken.

Ich bin Martin Kürble und wünsche ihnen aus Düsseldorf heute einen Tag voller guter Begegnungen. Bleiben Sie behütet.

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