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Choralandacht | 26.08.2023 | 07:50 Uhr

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Halleluja!

Musik 1Titel: Halleluja, Christ ist erstanden (für Singstimmen und Instrumente in 5 Chören und Basso continuo); Interpreten: Amarcord / Cappella Sagittariana Dresden; Leitung: Norbert Schuster; Album: Jauchzet dem Herrn, alle Welt. Schütz und Italien; Label: APOLLON CLASSICS; LC: 10940


Autorin:Ein festliches Halleluja, eins, das mich mitreißen und begeistern kann. Oft schon habe ich kräftig Halleluja gesungen, bei einer Hochzeit, auf dem Kirchentag. Gelobt sei Gott. Halleluja. Oft schon habe ich es auch gesprochen gehört, wenn jemandem etwas gelungen ist, was er oder sie sich selbst nicht zugetraut hätte: Halleluja, doch keine fünf in der Mathearbeit. Der Grund unseres Glaubens: Der Herr ist auferstanden, der Herr ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

Das feiern wir in jeder Osternacht und singen dieses Lied. Voller Freude aber auch mit Nachdenklichkeit. Denn wir besingen etwas, das wir Menschen jetzt und hier gar nicht gänzlich begreifen können: das Wunder der Auferstehung Jesu von den Toten.


Musik 2

Titel: Christ ist erstanden von der Marter alle, SWV 470; Text: Martin Luther; Komposition: Heinrich Schütz; Interpreten: Ko?lner Kammerchor; Leitung: Peter Neumann; Verlag: Bärenreiter; Label: WDR Eigenproduktion; LC: Z2323


Autorin:„Christ ist erstanden von der Marter alle…“ –
Wenn uns im Alltagsleben der Tod von Menschen begegnet, heißt das zuerst einmal Abschied nehmen. Und Christ:innen müssen dann darauf vertrauen, dass die Auferstehung auch für diejenigen gilt, die da gestorben sind. In der Evangelischen Kirche singen wir dieses Halleluja auch, wenn wir zum ersten Mal zu einer Sitzung zusammenkommen, und jemand aus unserem Kreis gestorben ist. Dann stehen wir auf, es gibt eine kleine Erinnerung an ihn oder sie, und dann singen wir. Dabei kommt mir das Halleluja dann nur zaghaft über die Lippen. Aber die Gemeinschaft, in der wir singen, trägt mich über meine Verzagtheit hinweg.


Musik 3

Titel: Christ ist erstanden; Wilhelmshavener Vokalensemble; Leitung: Ralf Popken; Album: Erschienen ist der herrlich Tag; Label: Edition Chrismon; LC: 16005


Sprecher (overvoice):

Christ ist erstanden von der Marter alle;

Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein.

Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen;

Seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis.


Autorin:
Nicht nur in der direkten Begegnung mit dem Tod fällt es vielen schwer, vollmundig Halleluja zu singen. Ich denke an einen Mann, um dessen Leben die Ärzte und Ärztinnen haben kämpfen müssen, und der nun täglich gemeinsam mit ihnen darum kämpft. Ihm ist sicher nicht immer nach einem vollmundigen Halleluja zumute. Ich denke an eine junge Frau aus der Ukraine, deren Sohn große Schwierigkeiten hat mit dem Lernen der deutschen Sprache. Gott loben, das kann sie. Aber nicht mit leichter und jubilierender Stimme. Leonard Cohen hat es in seinem so bekannten Halleluja als „cold and broken Halleluja“ bezeichnet. Und so klingt es dann auch.


Musik 4

Titel: Hallelujah (bearbeitet für Violine, Viola und 2 Violoncelli); Text und Komposition: Leonard Cohen; Bearbeitung: Tom Hodge; Label: Decca; LC: 00171


Autorin:Leonard Cohen hatte mit Depressionen zu kämpfen und mit ihnen zu leben, sein Leben lang. Dies und anderes Schwere hat er in seinem so bekannten und vielen sehr vertrauten Halleluja verarbeitet. Er selbst hat dazu einmal gesagt:


Sprecher:Die Welt ist voller Konflikte und Dinge, die nicht wieder ins Lot gebracht werden können. Aber es gibt Augenblicke, in denen wir das dualistische System durchdringen und das ganze Durcheinander miteinander aussöhnen und umarmen können … Egal wie unmöglich eine Situation sein mag, es gibt Augenblicke, in denen man den Mund öffnet und die Arme in die Höhe reißt … und einfach ruft: „Halleluja“ (1)


Autorin:
Manchmal kann auch ich, so wie Leonard Cohen, ganz leicht und voller Überzeugung ‚Halleluja‘ singen, trotz aller Schwierigkeiten und Gegensätze. Gott sei Dank.

Als jüdischer Junge hat Leonard Cohen das Halleluja in der Synagoge gesungen und später in der Kirche, in die ihn sein irisch-katholisches Kindermädchen mitnahm. Viele Jahre hat er in einem buddhistischen Kloster gelebt. Das ‚Halleluja‘ hat ihn begleitet. Und sein Halleluja verbindet die Religionen. (2)


Musik 4


Autorin:Der Choral „Christ ist erstanden“ singt „Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen.“ Denn Jesu Auferstehung gilt nicht nur für jeden einzelnen Menschen, sondern für die ganze Welt, für alle Völker und für die Natur. Positiv und vollumfänglich. Auferstehung für alle und alles.

Aber noch erleben und erleiden wir Menschen den Tod. Noch erleben wir Krieg und Krisen, Bedrohung und Gewalt. Und die beschweren unser Leben.


Musik 4


Autorin:Mir begegnen immer wieder Menschen, die sich von Problemen und Bedrohungen nicht unterkriegen lassen. Die große Gruppe ‚Music for the one God‘ lässt ihre Hoffnung auf Gott schon jetzt anklingen. Mit Streichinstrumenten und ihren menschlichen Stimmen bringen sie das Halleluja zum Klingen, aber auch mit Theorbe, Qanun, Nay, Zheng, Kudüm, Bendir und Ud. Allesamt Instrumentennamen, die fremd klingen für mich.

Fast beschämt über meine eigene Verzagtheit bin ich, wenn ich lese, wer da mitgesungen hat. Der Chamber Choir of Europe, ja, den Namen kenne ich, aber auch der Sufichor Istanbul, ein Byzantinischer Chor, ein Armenischer Chor, ein Sephardischer Chor und der Kammerchor Istanbul.


Musik 5

Titel: Halleluja (für gemischten Chor und Ensemble); Komposition: Praetorius, Michael; Interpreten: Chamber Choir of Europe u.a.; Label: BERLIN Classics; LC: 06203


Autorin:
Das hat Schwung und reißt mich mit. Reißt mich raus aus meiner Verzagtheit. Ich werde mitgenommen von dem Mut und der Energie von Menschen, die in derselben Welt leben wie ich. Andere Menschen, belastet wie ich, machen Zukunftsmusik.

Solche Zukunftsmusik ist auch die biblische Vision von der Völkerwallfahrt zum Zion.

Die biblischen Texte schildern: Freiwillig und aus Überzeugung kommen Menschen aus allen Völkern zum Berg Zion nach Jerusalem. Alle Völker. Alle, das bedeutet: nicht ein einzelnes Volk. Oder ein von anderen erobertes Volk, gezwungenermaßen. Nein. Auch nicht Mann, nicht Frau, sondern Menschen. Nicht die Angehörigen der einen wahren Religion oder besonders Auserwählte, sondern alle Völker, so wie sie sind. So unterschiedlich wie sie sind – und in Gemeinschaft. (3)


Musik 5



Quellen:

1 Birnstein, Uwe, „Hallelujah“, Leonard Cohen!, Wie Leonard Cohen Gott lobte, Jesus suchte und unsere Herzen berührt, München, Verlag Neue Stadt 2020.

2 ebd. S. 13-23 und 77-89.

3 Marquardt, Friedrich-Wilhelm, Was dürfen wir hoffen, wenn wir hoffen dürften?, Eine Eschatologie, Bd. 3, Spenner, Kamen, Unveränderter Nachdruck der Ausgabe München 1996, 2021, S. 284f.


Redaktion:
Landespfarrer Dr. Titus Reinmuth

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