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Kirche in WDR 3 | 29.08.2023 | 07:50 Uhr

Das Erbe der Eltern

Guten Morgen!

Menschen in Uniform sehen von weitem ja alle gleich aus. Bei näherem Hinsehen natürlich nicht mehr. Denn in jeder Uniform steckt doch ein anderer Mensch, ein Individuum. Oder auch: ein Original.

Ich weiß, wovon ich rede, denn als Polizeiseelsorger habe ich mit uniformierten Beamtinnen und Beamten zu tun. Mir geht es aber immer darum, dem Original auf die Spur zu kommen. Daher frage ich mich und die Kolleginnen und Kollegen bei der Polizei: Wenn ich wirklich ein Original bin, also einmalig, vielleicht auch originell: Wie zeigt sich das, oder wie merke ich das? Und wie bin ich so geworden?

Bei der Beantwortung dieser Fragen hat mir eine Skulptur geholfen, mit der ich die Kolleginnen und Kollegen gerne konfrontiere: Es handelt sich dabei um eine Skulptur aus Basaltlava, die den heiligen Josef darstellt mit seinem Ziehsohn Jesus. Josef überragt den Jungen deutlich; er ist Jesus zugewandt, will heißen: er schützt Jesus, und umgekehrt ist dieser bei ihm gut aufgehoben.

Auch wenn die Bibel erzählt, dass der Heilige Josef nicht der leibliche Vater von Jesus ist: Er hat doch die Aufgaben eines Vaters übernommen und für Jesus gesorgt. Gemeinsam mit seiner Frau Maria hat er das Kind großgezogen und auf das Leben vorbereitet.

Diese Skulptur ist für mich und die Kolleginnen und Kollegen immer wieder der Anlass, über die eigene Herkunft nachzudenken: Wie war das eigentlich in meiner Kindheit und Jugend? Wie haben meine Eltern für mich gesorgt? Was haben sie mir mitgegeben an Werten und Haltungen? Wie haben sie dazu beigetragen, dass ich ein Original wurde? Wie haben sie mich unterstützt bei meinen Schritten ins Leben?

An vieles denken wir gerne zurück: als die Eltern uns beschützten und die eigene Entwicklung gefördert haben. Indem sie uns zum Beispiel das Fahrradfahren beigebracht oder uns regelmäßig zum Sport gefahren haben. Einige Erinnerungen sind weniger schön; der ständige Vergleich mit den Geschwistern zum Beispiel oder die Erfahrung, sich selbst überlassen zu sein, weil die Eltern keine Zeit hatten.

Mir ist natürlich klar: Alle guten wie schlechten Erinnerungen orientieren sich – ob ausgesprochen oder nicht – an einem Ideal, so wie der Heilige Josef ein Ideal darstellt. Und leider bleiben Eltern zu oft hinter den Idealen zurück. Nicht das Sie mich falsch verstehen: So wie es auch vielen anderen Kindern geht, habe ich es selbst gut angetroffen in meinem Elternhaus. Meine fünf Geschwister und ich haben zuhause gelernt, wie liebevolle Gemeinschaft funktioniert. Auch wenn bei uns immer mal die Fetzen flogen!

Mir wird allerdings bei der Rückschau auf die eigene Kindheit und Jugend deutlich: Niemand fängt in seinem Leben bei null an. Ich werde geprägt durch meine Eltern, positiv oder negativ, und ich gebe meine Haltungen und Werte meinen Kindern weiter. Wenn ich denn Kinder habe. Vielleicht präge ich auch andere Menschen: Nichten, Neffen oder völlig fremde Kinder in der Kita, Schule oder Sportverein, die dann, auch mit meiner Beteiligung, zu Originalen werden. Im besten Fall kann ich ein bisschen Geborgenheit vermitteln, so wie der Heilige Josef dem Jesusknaben.

So erlebe ich mich als Teil der Menschheitsgeschichte. Und als Teil der Geschichte Gottes mit den Menschen. Ich habe Vorfahren, die mich prägen, und Nachfahren, auf die ich Einfluss nehme. Meine große Hoffnung ist, dass meine Lebensgeschichte eine segensreiche Geschichte sein möge. Also dass Gott seine Hand im Spiel hat. Diese Hoffnung habe ich auch für meine Kinder und alle Menschen.

Auch da, wo Eltern dem vermeintlichen Ideal des Heiligen Josef nicht entsprechen, hoffe ich, dass Gott da ist, damit die jungen Menschen dennoch Geborgenheit erfahren. Und damit diese Kinder sich mit seiner Hilfe trotzdem gut entwickeln können. Ich vertraue jedenfalls darauf, dass jeder Mensch seinen Weg in ein originales und einzigartiges Leben finden kann.

Seien Sie mit Ihrer einzigartigen Lebensgeschichte gut aufgehoben in dieser Welt. Das wünscht Ihnen Pastoralreferent Martin Dautzenberg.


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