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Kirche in WDR 3 | 10.11.2023 | 07:50 Uhr

Im Westen nichts Neues

Guten Morgen!

Heute vor 95 Jahren, also 1928, beginnt eine überregionale Berliner Zeitung einen Roman vorabzudrucken. Es ist der Roman: „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque. Der erste Weltkrieg ist gerade zehn Jahre her und der Roman zeigt die Sinnlosigkeit des ganzen Krieges, die Hoffnungslosigkeit und das Schicksal der so genannten verlorenen Kriegsgeneration. Im vergangenen Jahr wurde der Roman erneut verfilmt und ich habe ihn mir angesehen.

Eine Szene des Films ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Zu Beginn werden von Blut verunreinigte Uniformen gewaschen, die Namensetiketten der ehemaligen Träger werden aus den Kleidern gelöst und wenig später sieht man, wie Paul Bäumer, der Hauptdarsteller, und seine Klassenkameraden einen Satz dieser gereinigten Uniformen in die Hände gedrückt bekommen. An einer hängt versehentlich noch ein Etikett eines Soldaten. Nur das klar ist: Dieser Soldat ist gefallen. Mich hat diese Szene tief bewegt, weil sie zeigt, wie austauschbar doch der Mensch im Krieg ist. – Zyniker sprechen dann sogar von so genanntem „Menschenmaterial“. Der Einzelne spielt im Krieg keine Rolle mehr.

Heute findet nur 1500 Kilometer von hier wieder ein Krieg statt, der bereits mehr als anderthalb Jahre dauert. Und ich stelle mit Entsetzen fest: Ich habe mich – wahrscheinlich wie viele in unserem Land – an die schrecklichen Nachrichten gewöhnt über Tote und Verletzte. Hinzu kommen die kriegerischen Auseinandersetzungen in Israel und dem Gazastreifen. Natürlich erinnern Schilder und Mahnwachen daran, dass das alles nicht in Ordnung ist. So heißt es dann auf einem Schild in meiner Stadt: „Gladbeck für den Frieden“. Aber es stellt sich doch im Alltag zusehends ein Leben mit dem Krieg ein. Und je länger ein Krieg dauert, wird die Gefahr größer resigniert zu formulieren: „in der Ukraine oder in Israel nichts Neues“. Auch auf der internationalen Ebene ringt man lange um Erklärungen und Positionen. Wenn ich darauf schaue, muss immer wieder auch bei westlichen Staaten um die Unterstützung geworben werden für die angegriffenen Staaten.

Kriegsmüdigkeit, ja sogar Gleichgültigkeit kann sich schnell breit machen – aber sie ist giftig und das nicht nur auf der weltpolitischen Ebene. Es fängt im Kleinen an: Gerade Gleichgültigkeit zerstört menschliche Beziehungen und lässt mich nur noch für mich allein leben - alles andere ist egal, eben gleich gültig.

Vor sieben Jahren hat Papst Franziskus zum damaligen Weltfriedenstag mit den Worten aufgerufen, die heute aktueller denn je sind: „Überwinde die Gleichgültigkeit und gewinne den Frieden!“ Deutlich wird mir dabei: Krieg und Gleichgültigkeit hängen zusammen. Einfach laufen lassen geht aber nicht. Damit Frieden wird, im Kleinen wie im Großen, muss ich etwas dafür tun. Und das fängt damit an, dass mir der Frieden nicht egal und gleichgültig sein darf! In der Ukraine und in Israel also doch was Neues. Denn es darf mir nicht egal sein, was mit der vom Krieg betroffenen Bevölkerung passiert. Egal gibt’s nicht.

Aus Gladbeck grüßt Sie Meike Wagener-Esser

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