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Kirche in WDR 3 | 21.11.2023 | 07:50 Uhr

Die Kunst des stilvollen Wanderns

Einen schönen guten Morgen wünsche ich Ihnen!

Buchgeschenke sind ja so eine Sache.

Dass wir uns nicht falsch verstehen: ich liebe es total, Bücher geschenkt zu bekommen.

Nur so habe ich Autoren kennengelernt, die ich bis dahin nicht gekannt habe.

Aber manchmal frage ich mich, warum genau dieses Buch für mich gedacht war.

So ging es mir bei einem Buch, was mir Michael und Maritta geschenkt haben:

„Die Kunst des stilvollen Wanderns“ heißt das Buch von Stephen Graham. Es ist von 1926.
Der Untertitel lautet: Ein philosophischer Wegweiser.

„In tiefer Freundschaft“ hatten Michael und Maritta mir als Widmung in den Buchdeckel geschrieben.

Mir ist die Freundschaft der beiden sehr wichtig. Aber: Mit diesem Buch konnte ich irgendwie nichts anfangen.

Ja, ich wandere gerne und habe als Theologe auch etwas für Philosophie übrig.

Aber als ich das Buch bekam, habe ich mich schon gefragt: Was will mir ein 100 Jahre altes Wanderer-Buch für heute sagen?

Und trotzdem habe ich es in meinen Herbsturlaub mitgenommen; irgendwas müssen die beiden sich schon gedacht haben, habe ich mir gesagt.

Und bei einem Kaffee nach dem Frühstück in unserem Kleinen Ferienhaus in Burgund habe ich angefangen mit dem Lesen der „Kunst des stilvollen Wanderns“.

Amüsiert lese ich Kapitel über die Stiefel, den Rucksack und die Garderobe, die Stephen Graham als sinnvoll zum Wandern beschreibt.

Spätestens im Kapitel zum Wohin des Wanderns frage ich mich, ob ich das Buch wirklich weiterlesen soll.

Zu abgedreht erscheinen mir Empfehlungen zum Wandern an der Kaukasischen Schwarzmeerküste oder auf der Krim und im Altaigebirge.

Doch ich lese weiter und gelange ins nächste Kapitel: und da packt es mich.

Die Kunst des Müßiggangs heißt es.

Und ich lese und ahne, warum ich dieses Buch geschenkt bekommen habe.

Warum es sich gelohnt hat, das Buch einzupacken und trotz Widerständen zu lesen.

Graham schreibt:

„Das Leben ist wie eine Straße! Man beeilt sich und am Ende erwartet einen das Grab. Das Leben wird nicht etwa von Stunde zu Stunde, Tag für Tag, Jahr für Jahr immer großartiger – sein Wert steckt im Augenblick, nicht im Langstreckenlauf.“

Ich lese diese Zeilen und sie berühren mich.

Weil ich viel zu häufig, den Augenblick zu geringachte und schon beim nächsten Schritt oder Termin bin.

Und ich lese, dass wir nie erfahren werden, worüber wir hinweggehen, wenn wir nicht stehenbleiben und die Eindrücke auf uns wirken lassen.

Gehöre ich nicht viel oft zu denen, die sogleich an die vor uns liegende Wegstrecke denken, die ja unbedingt noch zu schaffen ist, an diesem Tag?

Ich lese mit Genuss wie Graham die Mittagsrast als Ruhepause beschreibt, die sich in angenehmer Weise ausdehnen lässt.

Denn, der Wanderer trägt keine Armbanduhr.

Und Graham wirbt für einen entschleunigten Umgang mit der Zeit:

„Auch wir können milde und nachsichtig mit der Zeit und mit Zeitplänen umgehen und schlagen unser Lager in der Ewigkeit auf.“

Einen anderen Umgang mit der Zeit und dem Augenblick, das lehrt mich Stephen Graham.

Im Hier und Jetzt wahrhaft anwesend zu sein und den Moment zu würdigen.

Und zu achten.

Die Kunst des stilvollen Wanderns im Leben anzuwenden.

Das wäre es!

Danke Stephen Graham; Danke Michael und Maritta.

Und so wünsche ich Ihnen für heute und alle Tage, gute Freundinnen und Freunde, die Ihnen Bücher schenken.


Ihr Peter Krawczack aus Düsseldorf

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