Aktuelles

Beiträge auf: wdr3 

katholisch

Kirche in WDR 3 | 03.02.2024 | 07:50 Uhr

Für alle mit Halsschmerzen

Endspurt. Meine Kollegen im Karneval haben jetzt schon unzählige Auftritte hinter sich. Ich weiß das, weil ich in meiner hochaktiven Zeit als Büttenredner in der Woche vor dem Rosenmontag stets ca. 300 Darbietungen hinter mir hatte. Und diese enorme Anstrengung geht natürlich auf die Stimme. So kommt es, dass die meisten Karnevalskünstler sich mit heiserer Stimme über die Zielgerade schleppen. Da ich tatsächlich nie mit diesem Problem zu kämpfen hatte, hat mich einmal mein Bühnengenosse Wicky gefragt. „Willibert. Mir han all Halsping (Halsschmerzen) nur Du nit. Wat es dein Jeheimnis?“ Ich lächelte, und erwiderte augenzwinkernd: „Blasius-Segen.“ Wer sich in der katholischen Liturgie auskennt, weiß, dass an jedem 03. Februar der Priester oder Diakon sich mit gekreuzten brennenden Kerzen vor den einzelnen Gläubigen stellt und mit folgenden Worten den Segen spricht: „Auf die Fürsprache des hl. Blasius bewahre dich Gott vor Halsschmerz und anderem Übel.“ Spätestens hier bekommen meine atheistischen Freunde Schnappatmung. „Wie kann man nur an solch einen Zauber- Nonsens glauben? Wir sind doch nicht bei Harry Potter!“ fragen sie und schütteln nachsichtig lächelnd das Haupt. Und ich antworte stets. „Habt ihr denn noch nie von der fundamentalen psychologischen Weisheit gehört, die sogar der Titel eines Buches geworden ist: „Von der heilenden Kraft der Rituale.“? Natürlich hat ein solcher Segensspruch nichts mit Magie zu tun. Aber heilende Kraft hat er trotzdem. Alle religiösen Rituale haben nur einen Sinn. Sie verfestigen durch symbolische Handlungen eine Glaubensüberzeugung. Sie sind Ausdruckshandlungen einer inneren Perspektive, die das Leben bestimmt. Deshalb ist die Liturgie so wichtig. „Sie bringt das Geheimnis zum Leuchten“, hat Papst Benedikt einst gesagt. Und der Philosoph Wittgenstein sagt dazu: „Religion ist in erster Linie Gefühl.“ Und dieses Gefühl einer letztlichen Geborgenheit, einer Sehnsucht über diese materielle Welt hinaus braucht Zeichen und Rituale. Es braucht Sinnlichkeit, statt rein rationaler Wortkaskaden. Es braucht, wie Hans Conrad Zander sagt: „Gewimmel und Gebimmel“; also bunte Fenster und prächtige Gewänder, duftenden Weihrauch, Orgelklang und festliche Musik, Fahnen und Schmuck, Palmzweige und Blütenteppiche.

Ich selbst bin ja Diakon und spende also anderen den Blasiussegen. Und wenn ich das mache und sich die Doppelflammen der Kerzen in den Augen der Menschen spiegeln , spüre ich die innerste Zusage meines Glaubens: Du Mensch brauchst keine Angst vor den Übeln dieser Welt zu haben. Denn Du bist umfangen von einer geheimnisvollen Wirklichkeit, die Dich auffängt, wenn Du fällst.
Heute feiert die Kirche das Fest des frühchristlichen Märtyrers.

Und weil ich das als Diakon ja machen kann, gebe ich Ihnen den Segen gleich mal mit – Sie können jetzt hinhören, wenn Sie wollen, oder nicht – schaden tuts eh nicht, da bin ich sicher. Also: „„Auf die Fürsprache des hl. Blasius bewahre dich Gott vor Halsschmerz und anderem Übel.“

In jedem Fall: Bleiben Sie gesund – Ihr Diakon Willibert Pauels aus Wipperfürth.

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen