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Kirche in WDR 3 | 02.03.2024 | 07:50 Uhr

Verständnis ist aus

Unser Kühlschrank kennt kein Wochenende. Und so erinnert er mich auch samstags an die wichtigen Dinge im Leben. Also … eigentlich erinnert mich nicht unser Kühlschrank, sondern die Buttons und Postkarten, die wir da mit Magneten dran angebracht haben. Auf denen steht mal mehr, mal weniger Sinnvolles – wie ich zugeben muss. Zumindest auf den ersten Blick. Da ist zum Beispiel dieser Button, auf dem steht: „Verständnis ist aus – ab jetzt gibt’s Konsequenzen“. Trifft meine Gemütslage leider viel zu häufig. Wenn ich mich mal wieder tierisch über jemanden ärgere, der zum x-ten Mal den gleichen Fehler macht. Wenn die Kinder zum wiederholten Male wahlweise im Sommer die Terassentür oder im Winter die Türe zur Garage offen lassen – und damit in jedem Fall etwas reinkommt, was eigentlich draußen bleiben sollte. Dieses „jetzt gibt’s Konsequenzen“ kommt in mir hoch, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle. Oder nicht ausreichend gewertschätzt. Wenn ich im Laden schlecht beraten werde. Oder mir der Kellner nicht freundlich genug ist.

Ich kenne das auch, wenn ich Zeitung lese. Wenn da mal wieder ein Straftäter unter Verweis auf eine schwere Kindheit laufen gelassen wurde. Wenn mal wieder eine Person des öffentlichen Lebens mit Gedächtnislücken davonkommt. Wenn aus meiner Kirche mal wieder Positionen vertreten werden, die ich gar nicht so recht nachvollziehen mag. Ganz oft sitzt dann da dieses Teufelchen auf meiner Schulter und flüstert mir ebenso leise wie freundlich mahnend ins Ohr: „Verständnis ist aus – ab jetzt gibt’s Konsequenzen.“

Die Karte am Kühlschrank erinnert mich daran. Also nicht daran, dass ich mich an diesem Spruch orientieren soll. Sondern, dass es das Teufelchen in mir ist, das mir das einzutrichtern versucht. Die Karte an unserem Kühlschrank erinnert mich daran, dass Christsein anders geht. Das Christsein bedeutet: Verständnis ist niemals aus. Und zwar nicht in dem Sinne „mach ruhig weiter mit dem Schlimmen, was du treibst“. Aber schon in dem Sinne, dass es nichts gibt, was mich aus der Liebe Gottes zu ihm entlässt.

Das ist herausfordernd. Gerade in den Fällen, in denen wir nicht über ein geklautes Kaugummi reden. Sondern über wirklich schlimme Sachen. Es ist schwierig, wenn jemand immer und immer wieder dieselben Fehler macht. Aber erstens hat niemand behauptet, dass es einfach ist, wie Gott zu lieben. Und viel wichtiger noch: So viel Verständnis gegenüber den Schwächen und Sünden der anderen mag mir schwerfallen – doch bei einem Blick in den Spiegel wäre ich schon für den Bruchteil eines solchen Verständnisses dankbar. Verstehen Sie, was ich meine?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende, Ihr Diakon Claudius Rosenthal aus Altenwenden.



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