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Kirche in WDR 3 | 04.04.2024 | 07:50 Uhr

Haus der Welt (Martin Luther King)

Autor: Guten Morgen!

Er steht auf dem Balkon eines Hotels in Memphis, Tennessee. Um 18.01 Uhr trifft ihn der tödliche Schuss. Heute vor 56 Jahren wurde Martin Luther King ermordet. Der Pastor, Bürgerrechtler und Pazifist wurde nur 39 Jahre alt. Aber die Spuren, die er hinterlassen hat, reichen bis heute.

1955 organisiert Martin Luther King einen Busboykott als Protest gegen die Verhaftung der Näherin Rosa Parks. Sie hatte sich geweigert, ihren Sitzplatz für einen weißen Fahrgast zu räumen. Die Busse in Montgomery, Alabama, werden von der schwarzen Bevölkerung über ein Jahr boykottiert, bis das oberste Gericht in den USA die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln aufhebt.

Martin Luther King kämpft für die Gleichheit aller Menschen und gegen Ungerechtigkeit. Er selbst erfährt wegen seiner schwarzen Hautfarbe und seiner Aktivitäten immer wieder Gewalt – genau wie seine Mitstreitenden. Trotz allem, was er erlebt, bleiben seine Proteste aus tiefster Überzeugung gewaltlos. Er berührt mit seinen Worten, seinem Leben und seinem Tod noch heute.

Seine berühmteste Rede hält Martin Luther King 1963 in Washington: „I have a dream“:


Sprecher: „Ich habe einen Traum, einen Traum, dass eines Tages die Söhne früherer Sklaven mit den Söhnen früherer Sklavenbesitzer in den Roten Bergen von Georgia brüderlich am Tisch zusammensitzen.“ (1)


Autor: Mich beeindruckt, wie Martin Luther King immer wieder betont, dass alle Menschen Geschwister sind. Das gilt für ihn nicht nur im Blick auf die Menschen, die sich im christlichen Glauben in besonderer Weise verbunden wissen, sondern für alle Menschen. Gott schuf keine Nationen, sondern Menschen, sagt er einmal sinngemäß. Häufig spricht Martin Luther King von dem Haus der Welt, in dem alle Menschen gemeinsam leben, egal woher sie kommen, welche Hautfarbe sie haben, welchen Glauben:


Sprecher: „Wir haben ein großes Haus geerbt, ein großes ‚Haus der Welt‘, in dem wir zusammen leben müssen – Schwarze und Weiße, Morgenländer und Abendländer, Juden und Nichtjuden, Katholiken und Protestanten, Moslems und Hindus – eine Familie, die in Ideen, Kultur und Interessen zu Unrecht getrennt ist…“ (2)


Autor: Martin Luther Kings Worte und Gedanken sind höchst aktuell. Gerade heute, wo versucht wird, neue Grenzen zwischen Menschen aufzurichten. Wo die Herkunft darüber entscheiden soll, ob er oder sie dazu gehören kann oder nicht. Bis heute ermutigt Martin Luther King, sich für Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit einzusetzen.

Er ermutigt, nicht aufzuhören, vom Frieden zu träumen und für ihn einzutreten. Er motiviert, aufzustehen und Zivilcourage zu zeigen, wo immer Menschen diskriminiert werden.

Zwei Monate vor seinem Tod hält Martin Luther King eine Rede, in der er seine eigene Beerdigung anspricht - im Nachhinein zutiefst berührend.


Sprecher: „Wenn einige von euch dabei sind, wenn mein Tag kommt: ich möchte keine lange Beerdigung. (…) sagt, sie sollen nicht zu lange reden. (…) Sagt ihnen, sie sollen nicht erwähnen, dass ich den Friedensnobelpreis erhielt. Das ist nicht wichtig. (…) sie sollen nicht erwähnen, dass ich 300 oder 400 Auszeichnungen habe. (…) Ich möchte, dass jemand an jenem Tag sagt: ‚Martin Luther King, Jr., versuchte mit seinem Leben anderen zu dienen.‘ (…) Ich möchte, dass jemand an jenem Tag sagt: ‚Martin Luther King versuchte, Liebe zu üben.‘“ (3)


(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5:)

Es grüßt Sie Ihr Dietmar Arends, Landessuperintendent aus Detmold.




Quellen:

(1) Rede Martin Luther Kings am 28. August 1963 in Washington, D.C. Zitiert nach: Hans-Eckehard Bahr, Seht, da kommt der Träumer. Unterwegs mit Martin Luther King, Stuttgart 1990, S.35.

(2) Martin Luther King, Das Haus der Welt, aus: Hg. Heinrich Grosse. Martin Luther King – Schöpferischer Widerstand. Reden - Aufsätze - Predigten, Gütersloh 1980, S. 87.

(3) Zitiert nach: www.lebenshaus-alb.de/magazin/010482.html (zuletzt abgerufen am 08.03.24)




Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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