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Kirche in WDR 3 | 05.06.2024 | 07:50 Uhr

Weltumwelttag

Was für ein Satz: „Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, aber wir können Wälder wachsen lassen, Wasserquellen wiederbeleben und Böden zurückbringen.“ Der Satz steht – allerdings in Englisch – ganz oben auf der Homepage zum „Internationalen Tag der Umwelt“, dem „World Environment Day“, der heute begangen wird.[1] Die Vereinten Nationen haben diesen Tag vor genau 52 Jahren ausgerufen und zwar bei dem ersten internationalen Umweltgipfel in Stockholm. Damals wurde die Weltgemeinschaft immer mehr aufmerksam auf die Herausforderungen durch die weltweite Umweltzerstörung. Inzwischen beteiligen sich etwa 150 Staaten an diesem Aktionstag mit einer ganzen Reihe von Aktionen – auch Deutschland ist dabei. So haben zum Beispiel unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gestern und heute junge Menschen ins Schloss Bellevue nach Berlin eingeladen. Da diskutieren sie in verschiedenen Foren über Umweltthemen und Zukunftsperspektiven.[2]

„Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, aber wir können Wälder wachsen lassen, Wasserquellen wiederbeleben und Böden zurückbringen.“ Aus diesem Satz spricht für mich viel Zutrauen – auch wenn nicht alles möglich ist. Was vergangen ist, das ist eben vergangen und kann nicht rückgängig gemacht werden: Wälder wurden abgeholzt, Ozeane verschmutzt, Wasserquellen ausgetrocknet und Mutterboden weggeschwemmt oder vom Wind weggeweht, weil keine Bepflanzung mehr da war. Aber die Zukunft, die können wir doch immer noch gestalten und vielleicht auch besser gestalten. Umweltschutz ohne Selbstvertrauen und ohne eine Zukunftshoffnung kann gleich einpacken. Daher klingt das diesjährige Aktionsmotto auch selbstbewusst: „We are the generation that can make peace with land.” „Wir sind die Generation, die Frieden mit dem Land schließen kann“, also mit „Mutter Erde“. Ich finde die Perspektive der Versöhnung mit „Mutter Erde“ gerade in Krisenzeiten wie diesen wichtig. Und dabei geht Versöhnung ganz praktisch: Durch Renaturierung.

Und dass wir Menschen das können, dafür gibt es ja Beispiele: Ich werde nie vergessen, wie ich bei einem Flug über die Sahara vor einigen Monaten kreisrunde grüne Flächen auf der Erdoberfläche sah. Ich war damals unterwegs nach Ghana. Da unterstützen Gemeindepartnerschaften meines Klosters in Duisburg-Hamborn mehrere Entwicklungshilfeprojekte. Als ich die Grünflächen in der Sahara sah, habe ich recherchiert und herausgefunden: Das sind Anpflanzungsprojekte. Riesige Berieselungsanlagen werden da wie der Zeiger einer Uhr gedreht. Passgenau kommt das Wasser zu den Pflanzen, das man in tiefen Erdschichten gefunden hat. Kreisrunde Ackerflächen grünen also mitten in der Wüste. Das ist schon fast biblisch: „Die Wüste wird blühen“, ist einer der stärksten Hoffnungssätze des Alten Testaments (Jes 35,1). Natürlich trägt nicht jede Initiative Früchte. Das weiß ich aus 40 Jahren Engagement für Ghana. Auch da haben wir schon vor 35 Jahren Bäume gepflanzt. War das alles nachhaltig? Nicht alle Projekte sind geglückt, nicht alle Bäume sind aufgegangen. Aber deshalb entmutigt aufgeben? Nein: Dann pflanzen wir einfach weiter. Denn Umwelthilfe und Entwicklungshilfe gehen in einem Land wie Ghana Hand in Hand.

Ich finde diesen Satz des heutigen Tages stark: „Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, aber wir können Wälder wachsen lassen, Wasserquellen wiederbeleben und Böden zurückbringen.“ Ich baue da auf das Zutrauen, das in diesem Satz liegt. Ohne Hoffnung geht es nicht. Und obwohl die Veranstalter des Tages sicher nichts Religiöses im Sinn haben, höre ich bei diesem Satz Martin Luther mit. Der soll ja mal gesagt haben: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Was für ein starker Satz! Martin Luthers Überzeugung speist sich ja aus einer Hoffnung, die für ihn begründet ist in seinem Glauben. Ich bin mir sicher: So eine begründetet Hoffnung hilft enorm, Mutter Erde wieder zu begrünen. Denn: „Wir sind die Generation, die Frieden mit dem Land schließen kann.“

Einen guten Tag wünscht Ihnen Pater Philipp Reichling aus Duisburg




[1] Vgl.: https://www.worldenvironmentday.global/ .

[2] Vgl.: https://www.woche-der-umwelt.de/ .

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