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Kirche in WDR 4 | 16.08.2014 | 08:55 Uhr

Die Frage von Taizé

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer.

Als heute vor neun Jahren in Köln und Umgebung der Weltjugendtag so richtig losging, drohte eine erschütternde Nachricht in der Begeisterung unterzugehen: An diesem Abend wurde Frére Roger Schütz beim Abendgebet in Taizé von einer Frau mit einem Messer getötet. Frére Roger war der Gründer der internationalen ökumenischen Gemeinschaft der Brüder von Taizé in Frankreich.

Ich habe in meinem – noch kurzen - Leben viele Wallfahrtsorte besucht: Rom, Lourdes, Jerusalem. Ich war bei den Weltjugendtagen in Toronto, Sydney und Madrid. Doch die Erfahrung meines ersten Besuchs in Taizé bleibt bis heute einzigartig, unvergleichbar: So viele Menschen unterschiedlicher Nationalität und Konfessionszugehörigkeit, die aber an jenem Ort ganz tief und fest geeint sind im gemeinsamen Arbeiten und Miteinander-Sprechen und Zeugnis-Geben. Die alles entscheidende Frage, die alle Anstrengungen über Bord wirft, stets fein säuberlich nach katholisch, evangelisch, orthodox und so weiter aufzuspalten, und die man in Taizé greifen und geradezu anfassen kann, ist diese: Was bedeutet Jesus Christus für Dich?

Es ist im Grund die Frage, die sich jeder Christ und jede Christin einmal stellen sollte, wenn Glaubenszugehörigkeit mehr ausmachen soll als der Kirchensteuerbescheid.

Wenn Sie Christin oder Christ sind, muss ich Sie enttäuschen: Ich kann und möchte darauf jetzt keine Antwort geben.

Die Frage „Was bedeutet Jesus Christus für Dich?“ ist eine, die keine vorgefertigten Antworten braucht, sondern vielmehr die ernsthafte und persönliche Auseinandersetzung. Das „für Dich“ in der Frage soll ernst genommen werden. Auch, weil die je eigenen Antworten darauf unbequem sein können – ja sogar Lebenswege entscheiden. Sie können aber auch sinnstiftend sein und das Leben in einen neuen Zusammenhang stellen. Mir hat damals diese eine Woche in Taizé viel bedeutet für meine persönliche Antwort auf diese Frage.

Ich konnte an mir selber, aber auch an anderen, mit denen ich viel gesprochen habe, eine Veränderung feststellen, eine Ruhe und Gelassenheit, die sich einstellte, fast wie von selbst. Besonders anrührend war für mich das Ringen einer jungen Frau. Ihr lebendiges Zeugnis hat in mir meinen Entschluss, Priester zu werden, erneut mit Freude und Kraft erfüllt.

Seit Februar benutzen wir im Gottesdienst in meinen drei Pfarrgemeinden im Wuppertaler Westen auch das neue Gotteslob, das erfreulicherweise viele der Taizé-Gesänge aufgenommen hat. Eines dieser Lieder steht im Kölner Diözesananhang unter der Nummer 813 und drückt in so treffender Weise meine Gefühlslage jener Woche in Taizé aus und fasst den ganzen neuen Mut und die neue Kraft, die ich daraus gewonnen habe, wunderbar zusammen. Der Text geht auf die Heilige Teresa von Ávila zurück : „Nichts beunruhige dich, nichts ängstige dich: Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt.“

Im Gedenken an Frere Roger, den Gründer der großartigen Bewegung von Taizé empfehle ich Ihnen, sich einmal dieser Frage von Taizé zu stellen: Was bedeutet Jesus Christus für Dich?

Ein gutes Wochenende wünscht Pfarrer Torsten Kürbig aus Wuppertal.

*Gotteslob.Katholisches Gebet- und Gesangbuch.Ausgabe für das Erzbistum Köln, Stuttgart 2013, S.1088f., Nr.813

Copyright Vorschaubild: Klaus Nelißen

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