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Sonntagskirche | 19.10.2014 | 08:55 Uhr

„Schönen Sonntag“

Ich – am Freitagmorgen im Supermarkt. Mit meinem Einkaufswagen stehe ich an der Kasse. Vor mir : 3 – 4 andere Kunden bzw. Kundinnen.

Nach Rückgabe des Wechselgeldes - immer wieder der Wunsch der Verkäuferin: „Schönes Wochenende, schönes Wochenende, schönes Wochenende…“

Guten Morgen liebe Hörerinnen und Hörer.

„Schönes Wochenende.“ Dieses Wochenende hat Halbzeit. Der Samstag ist schon vorbei. Hatten Sie bisher ein „schönes Wochenende“ - was erwartet Sie heute?

Ehrlich gesagt: ich wünsche nie ein „schönes Wochenende.“ Ich wünsche anderen gerne einen „schönen Sonntag.“

„Ein schöner Sonntag“ ist für mich ein Tag, an dem ich Begegnungen und Erlebnisse aus der vergangenen Woche verarbeiten und verdauen kann: bei einem Spaziergang – einer Fahrradtour - beim Joggen. Dann bekomm ich oft den Kopf wieder frei.

„Ein schöner Sonntag“ ist für mich ein Tag, an dem ich mich mit Verwandten und Freunden treffe. Mit Menschen, die ich mag und die mich mögen. Gut, dass es sie gibt. Da finde ich ein Stück Heimat.

In einem Lied von Hildegard Knef heißt es:

„Ich möchte am Montag mal Sonntag haben / Und nicht mehr in drohenden Rechnungen graben / Ich möchte nach keiner Beförd'rung mehr streben / und meinem Alltag den Abschiedskuss geben."

„Dem Alltag den Abschiedskuss geben „ ja: das möchte ich am Sonntag. Abschalten. Zu mir kommen – durchatmen – aufatmen – die Seele baumeln lassen.

Nicht immer gelingt mir dass.

Manchmal meine ich, dass ich dies und das noch unbedingt erledigen muss oder ich habe die Einstellung: „das kannst‘ e noch schnell machen.“ Und so bin ich dann wieder im Alltagsgeschäft. Schade.

Dem Alltag den Abschiedskuss geben. Für mich gehört zum Sonntag die Feier des Gottesdienstes.

„Typisch“ – werden vielleicht jetzt manche von Ihnen denken. Der ist ja Priester, und der muss ja auch dahin.

Natürlich habe ich die Verpflichtung, am Sonntag Gottesdienst mit der Gemeinde zu feiern. Das ist mein Beruf. Aber es ist nicht nur eine Verpflichtung für mich.

Im Gottesdienst – da find ich heraus aus meiner Zerstreuung, kann mich sammeln – kann wieder mehr zu mir selber finden.

Und alles, was mir auf der Seele liegt – das kann ich dem Geheimnis anvertrauen, dass wir Gott nennen.

Martin Buber sagt: „ Alles ins DU stellen.“ Mit DU ist natürlich Gott selbst gemeint.

Wenn ich alles ins DU stelle - dann ist das für mich befreiend und tröstlich.

Und wenn ich im Gottesdienst - in den Texten der Hl. Schrift höre - wie Menschen früherer Generationen Gott erfahren haben , dann komme ich zum Aufatmen.

Ein wohltuendes Wort Jesu für mich heißt: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich werde euch Ruhe verschaffen.“ ( Mt 11,28)

„Alle“, sagt Jesus – alle – egal wer du bist und wie es in dir aussieht mit deinem Glauben und Unglauben - mit deinen Zweifeln und Fragen.

Motivierend - mich auf Gott einzulassen und mich nach ihm auszustrecken - ist für mich dieses wunderschöne, alte Bekenntnis. Es steht im Buch der Psalmen und heißt:

„ Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung“

( Ps 62,6)

Jetzt wünsche ich Ihnen liebe Hörerinnen und Hörer – nein - kein schönes Wochenende.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag, an dem Sie Ihrem Alltag einen Abschiedskuss gegen können. Und wenn man es christlich genau nehmen will, beginnt mit dem Sonntag schon die nächste Woche. Eigentlich auch ein schönes Zeichen: Am Anfang ein Tag Ruhe.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit mit lieben Menschen: eine Zeit zum Aufatmen und Durchatmen.

Einen Tag, an dem Sie die Einladung Jesu begleitet: Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

„Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung“

Ihr Klemens Schneider

Pfarrer in Senden

Copyright Vorschaubild: CCO Pixabay

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