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Kirche in WDR 4 | 04.12.2013 | 08:55 Uhr

50 Jahre Liturgiekonstitution

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

„Die Zeiten ändern sich“, so sagen wir schon mal. Das empfand offenbar auch Papst Johannes XXIII. so, als er im Februar 1959 das 2. Vatikanische Konzil ankündigte. Überliefert wird die Begebenheit, wie der Papst auf die Frage reagierte, warum er ein Konzil einberufen wolle: Er sei zu einem Fenster gegangen, habe es geöffnet und gesagt: „Damit frischer Wind hereinkommt!“ Johannes meinte die katholische Kirche damit und wollte erreichen, dass sich Manches in ihr ändert. Ihn trieb die Frage um: wie kann den Menschen von heute das Evangelium Jesu Christi, also die frohe Botschaft seines Todes und seiner Auferstehung verständlich verkündet werden?

Die wohl sichtbarste Änderung im Leben der Kirche betraf die Feier der Liturgie. Heute vor genau 50 Jahren verabschiedeten die Konzilsväter fast einstimmig die Konstitution über die Liturgie. Dies sei ein großer Tag für die Kirche gewesen, urteilte einmal Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. Die Konzilsväter hatten die Möglichkeit eröffnet, die hl. Messe auch in der jeweiligen Landessprache und den Gläubigen zugewandt zu feiern. Beides ist inzwischen praktisch weltweit zur Regel geworden. Doch ist auch beides letztlich nur eine Äußerlichkeit. Wichtiger als die Sprache des Gottesdienstes oder der Standort des Priesters am Altar war den Konzilsvätern die tätige Teilnahme der Gläubigen an der Liturgie. Damit ist nicht gemeint, dass nun jeder und jede irgendetwas tun oder sagen müsse. Tätige Teilnahme ist eher im Sinn einer inneren Anteilnahme zu verstehen, eines echten Mitfeierns des Gottesdienstes. Für mich heißt das: Ich lasse mich von den Texten der heiligen Schrift und den Gebeten ansprechen und werde in der hl. Kommunion mit Gott verbunden. Denn wenn die Kirche Liturgie feiert, dann empfinde ich es, als ob sich Himmel und Erde berühren. Dann neigt sich Gott zu uns Menschen herunter und zieht uns zugleich zu sich hinauf.

Das mag sehr idealisiert klingen. Aber für mich selbst ist es eine großartige Vorstellung, dass Gott hier zu mir kommt. So verstanden ist Liturgie nicht einfach ein leeres Ritual, sondern wirkliche Begegnung mit Gott. Damit steht im Mittelpunkt eines Gottesdienstes der Dienst, den Gott uns Menschen erwiesen hat, der Dienst Gottes für die Menschen da zu sein. Anders formuliert: Die Kirche feiert hier, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, dass er für alle Menschen gestorben und von den Toten auferstanden ist. Und genau dafür bin ich Gott dankbar.

Die Kirche spricht davon, dass, genauso wie die Menschwerdung Jesu und seine Auferstehung nur als ein Werk des Heiligen Geistes zu verstehen sind, auch die Liturgie, die Feier des Gottesdienstes, stets ein Werk desselben Heiligen Geistes ist. Insofern geschieht in der Liturgie genau das, was Papst Johannes XXIII. mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil für die ganze Kirche erreichen wollte: Der Heilige Geist durchweht die Kirche und erfüllt sie mit frischem Wind. Um diesen Heiligen Geist aber sollten Christen und Christinnen immer wieder beten. In einem Lied aus dem neu erschienen Gotteslob heißt es daher:

„Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns, Heiliger Geist, wirke in uns, Heiliger Geist, Atem Gottes, komm! Komm, du Geist, durchdringe uns, komm, du Geist, kehr bei uns ein. Komm, du Geist, belebe uns, wir ersehnen dich.“

Diesen frischen Wind des Heiligen Geistes wünscht Ihnen für den heutigen Tag Domvikar Gregor Tuszynski aus Paderborn.

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