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Kirche in WDR 4 | 09.02.2015 | 08:55 Uhr

Autobahngleichnis

Guten Morgen!

Vor ein paar Monaten wurde meine Heimatautobahn dauerhaft auf eine neue Strecke umgeleitet. Weil der Braunkohleabbau Platz braucht, ist die A4 zwischen Düren und Kerpen nun wenige Kilometer nach Süden verlegt worden. Seitdem gibt es eine Auffahrt nicht mehr, zwei neue sind hinzugekommen. Für die Menschen direkt an der alten und der neuen Strecke hat sich einiges verändert. Wer nur selten auf der A4 unterwegs ist, dem ist das wahrscheinlich ziemlich egal. Er freut sich, dass die Baustellen weitgehend weg sind und vermisst vielleicht höchstens das Stück Wald auf dem alten Streckenabschnitt.

Ich selber fahre auf dieser Autobahn seit über 20 Jahren und bin innerlich noch nicht zur Tagesordnung übergegangen. Und mein Navi im Wagen auch nicht: Weil es noch mit der alten Karte und daher mit der alten Autobahn im Speicher fährt, bekommt es regelmäßig Panik, vermutet mich mitten im Feld und fordert mich zum Abbiegen auf. Auch da, wo das fahrtechnisch überhaupt nicht möglich ist.

Mir ist die Strecke dann doch vertrauter als dem Navi, und doch fahre ich sie noch nicht gedankenlos. 20 Jahre Gewohnheit legt man nicht so schnell ab. Eine irre Nebelfahrt als junge Autofahrerin, wie auch der einzige Unfall, den ich am eigenen Blech erleben musste: Beides fand auf der Strecke statt, die es eigentlich gar nicht mehr gibt. Und das Stück Wald auf der alten A4, das hab ich sehr gern gemocht. Einfach so.

Ein paar Autobahnkilometer, die verlegt wurden, werden so zu einem Stück meines Lebens, von dem ich Abschied nehmen muss. Nicht so krass wie bei einem abgerissenen Elternhaus, oder wenn gleich der ganze Ort abgebaggert wird – das kennen die Leute im Braunkohlerevier. Aber wenn einem Orte und Wege vertraut sind, geht so eine Veränderung auch mit Wehmut einher. So jedenfalls empfinde ich das.

Was vermissen Sie? Welche Wege, welche Orte, die für Sie eine Bedeutung hatten, sind für Sie inzwischen unerreichbar?

Alles, was dort geschehen ist, ist nicht weg. Es gehört zum Leben dazu und hat seine eigene Farbe eingebracht. Und sich in die Lebensgeschichte gewoben.

In der Bibel ist von Gott die Rede als von einem, der die Wege des Menschen kennt (Ps 139,3) und seinen Fuß nicht straucheln lassen will. (Spr 4,11b-12)

Bei diesen Glaubensaussagen geht es zwar nicht im um Autobahnen, aber um die Gewissheit: Gott ist das Leben der Menschen wichtig.

Liebe Hörerinnen und Hörer: Ob Ihnen das was sagt oder nicht: Ich wünsche Ihnen Frieden mit den Erinnerungen an Wegstrecken und Orte, die Sie zurücklassen mussten. Und sichere Fahrt auf neuen Wegen wünsch Ihnen Pastoralreferentin Susanne Moll aus Aachen.

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