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Kirche in WDR 4 | 20.06.2015 | 08:55 Uhr

Samstagsvergnügen

Guten Morgen.

Heute, am Samstag, kommt meine Zeitung richtig gedruckt ins Haus. Darauf freue ich mich die ganze Woche. Während der Woche lese ich die Tageszeitung nur digital; das spart Papier und Zeit. Das habe ich vor einem halben Jahr vernünftigerweise so entschieden, keine Frage. Aber am Wochenende genieße ich das schöne Gefühl, die Zeitung richtig in der Hand zu haben und mir beim Frühstück sich einfach mal ganz viel Zeit zum Lesen zu gönnen. Die Tageszeitung richtig zu blättern, das war vor einigen Jahren noch selbstverständlich und alltäglich, jetzt ist es für mich schon etwas Besonderes geworden, ein echtes Vergnügen.

Samstagsvergnügen, das sind für mich nicht die besonderen Dinge, die ich mir hin und wieder leiste, sondern die kleinen unscheinbaren Dinge des Alltags, für die in der Woche keine Zeit bleibt und die samstags zur Kostbarkeit werden.: Nach dem Aufstehen direkt schwimmen gehen, und dann auf dem Nachhauseweg Brötchen kaufen und lange frühstücken – Zeitung inklusive. Und dann das erledigen, was man samstags halt so erledigen muss – aber am Liebsten, ohne die Uhr im Blick halten zu müssen.

Samstags ist dann für mich auch der Tag, wo ich etwas Rückschau halte: War das sinnvoll, was ich in der vergangenen Woche gemacht habe? Vielleicht ist das ja eine zu anspruchsvolle, eine zu hochgestellte Frage, nach dem Sinn. Aber vor längerer Zeit habe ich mal einen Satz gehört, der mich zunächst sehr irritiert und beschäftigt hat. Er lautete: Sinn macht alles, was man mit den Sinnen erfahren kann und was man erzählen kann. Auf den ersten Blick erscheint dieser Satz ja sehr ins Weltliche gerichtet und auf Wahrnehmung und Beschreibung reduziert. Was ich höre, sehe, schmecke kann doch nicht wirklich sinnfüllend sein, so habe ich gedacht. Zur Sinnfrage des Menschen gehört doch vor allem die Frage nach ethischen Werten und insbesondere auch nach Gott? Beides muss sich aber gar nicht ausschließen, das Sinnliche und der Sinn.

Für mich wird das im christlichen Kontext leicht nachvollziehbar wenn ich an die Sakramente denke, die sinnlichen Zeichen der Nähe Gottes, die in der Kirche gespendet werden, und die alle eine konkrete sinnliche Erfahrung beinhalten. Da fließt das Wasser bei der Taufe über die Haut, da schmeckt man Brot in der Messfeier, da spürt man Berührung bei der Salbung der Firmung. Sogar bei der Beichte wurden zumindest früher einmal den Menschen die Hände aufgelegt. Und immer wird etwas dazu gesprochen, was zu hören ist.

Wenn ich mir das vor Augen führe, erscheint mir der Satz in einem anderen Licht: Sinn macht alles, was man mit den Sinnen erfahren kann und was man erzählen kann. Auch der zweite Teil des Satzes hat für mich einen religiösen Bezug wenn es um den Sinn und seine Vermittlung geht. Aus Büchern heraus kommen Menschen nicht zum Glauben und zum Vertrauen an Gott. Die frohe Botschaft vom Leben Gottes unter den Menschen in Jesus Christus, sie muss erzählt werden, konkret: Meine Erfahrungen mit diesem Gott bei den Menschen, kann ich nur durch erzählen weitergeben.

Sinn macht alles, was man mit den Sinnen erfahren kann und was man erzählen kann.

Je länger ich über diesen Spruch nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass er absolut stimmig ist: Sinn wird erfahren oder erzählt. Und nur auf diese Weise kann der Mensch sich versichern, dass sein Leben Sinn hat, indem er erfährt und darüber spricht.

Viele sinnenhafte Genüsse an diesem Samstag und gute Gespräche darüber wünscht Ihnen Ingelore Engbrocks

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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