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Kirche in WDR 4 | 22.04.2016 | 08:55 Uhr

Von der Gottesbeziehung

Guten Morgen!

Im Jahr 1886 malte der holländische Maler Vincent van Gogh ein paar ausgetretene, alte Schnürschuhe. Er hatte sie auf einem Pariser Flohmarkt entdeckt und mit in sein Atelier genommen. Vielleicht ein Mal selbst getragen, aber dann gemalt. Darin lag sein Hauptinteresse: Er wollte ein Stück reales Leben darstellen, ein Stück Lebenswirklichkeit. Ungeschönt und echt.

Kunsthistoriker streiten sich, ob die Schuhe einer Bäuerin gehörten, ob es überhaupt ein Paar Schuhe sind oder zwei linke Schuhe, ob die Schnürung funktionieren würde …

Tatsache ist, dass der Maler van Gogh dem Betrachter vor Augen hält:

Diese ausgetretenen Schuhe erzählen vom Leben dessen, der sie

getragen hat. Sie erzählen von einem harten Dasein mit Entbehrungen und Armut. Kannst du dich in solch ein Leben hineinversetzen?, scheinen die Schuhe den Betrachter zu fragen.

Einen ähnlichen Gedanken spricht das folgende indianische Sprichwort aus:

Beurteile keinen Menschen, in dessen Schuhen du nicht gegangen bist.

Unsere Schuhe erzählen von unserer Art, im Leben zu stehen, durchs Leben zu gehen. Mal lässig und bequem, mal hochgestylt und mühsam, in winzigen Kinderschuhen, in orthopädischen Schuhen mit Absatz – und Außenranderhöhung. Geputzt oder ungeputzt. Jeder Fuß ist anders. Jede Gangart individuell. Wenn unsere Schuhe sprechen könnten, hätten sie viel zu erzählen über uns.

Das indianische Sprichwort lebt von der Übertreibung. Wenn es danach ginge, dürfte kein Mensch einen anderen Menschen beurteilen. Denn: Wer geht schon in fremden Schuhen? Höchstens aus Not, wenn kein Geld da ist, um

sich selbst Schuhe zu kaufen. Das Sprichwort bezieht sich auf die Haltung, die Menschen gegenseitig einnehmen sollten. Eine Haltung des Respekts.

Beurteile keinen Menschen, in dessen Schuhen du nicht gegangen bist.

Das heißt: Beurteile keinen Menschen, den du nicht genau kennst.

Von dem du nicht die Hintergründe seines So-Seins, seines Handelns weißt.

Mit dieser respektvollen Haltung näherte sich auch Jesus anderen Menschen. Ganz egal, ob sie arm oder reich, Männer oder Frauen, Scheinheilige, Verruchte oder Aussätzige waren.

So saß eines Tages ein blinder Bettler am Wegrand, als Jesus nach Jericho ging.

Jesus, erbarme dich meiner!, schrie der Mann zwei Mal, als er hörte, wer da vorbei kam. Jesus blieb stehen und ließ den Bettler zu sich führen.

Er fragte ihn: Was willst du, dass ich für dich tun soll?

Mit diesen Worten nahm Jesus sein Gegenüber ernst. Jesus stülpte ihm nicht über, was er selbst sich dachte. Jesus war an persönlicher Begegnung interessiert. Herr, dass ich sehen kann, antwortete der Blinde.

Sei sehend. Dein Glaube hat dir geholfen, sprach Jesus und sogleich hatte der Blinde sein Augenlicht wieder.

Lebendiger Gott,

Du kennst mich genauer, als ich mich kenne.

Weitaus gründlicher als nur meine Schuhgröße.

Du kennst die tiefsten Beweggründe meines Denkens, Fühlens und Handelns.

Doch zwängst Du Dich mir niemals auf.

Was willst du, dass ich für dich tun soll?, fragst Du mich respektvoll, wenn ich mich an Dich wende. Du möchtest ehrliche innere Begegnung zwischen uns.

Nicht nur für große Wunder, sondern ganz unscheinbar im Alltag für all die kleinen Wunder.

Aus Coesfeld grüßt Sie Petra Fietzek

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