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Kirche in WDR 4 | 20.02.2017 | 08:55 Uhr

Früher war nichts besser

Manchmal kann ich das Gejammer nicht mehr hören. Kaum eine Gesprächsrunde, in der nicht über „die Gesellschaft“, „die Politik“, „die Kirche“ gemeckert wird. „Früher“, dagegen, „ja, früher war alles besser“ Die Politiker, denen man noch vertrauen konnte; die Gesellschaft; in der es noch ordentlich zuging; die Kirche, die etwas zählte und viele „richtige“ Christen an sich band.

Komisch, denke ich – ich bin doch auch schon über 50. Aber ein so viel besseres „Früher“ kenne ich gar nicht. Meine frühe Kindheit kannte noch die Nachwehen der Nachkriegszeit. Reich waren meine Eltern nicht. Toast Hawaii stand damals für was Exquisites. Soviel zum Thema Lebensstandard damals und heute. Und was meine Eltern damals von ihrem „früher“ erzählten, macht mich wirklich nicht neidisch.

Politisch erinnere ich mich an rauchende Parteifunktionäre, die sich übel beschimpfen: Wehner und Strauß. Beliebt waren die nicht. Terror-Angst gab’s auch. Die RAF verbreitete Angst und Schrecken.

Und meine Kirche? Ich musste sonntags hin – in einer katholischen Umgebung blieb damals keine Wahl. Natürlich bin ich froh, Christ geworden zu sein. Aber meinen persönlichen Glauben verdanke ich weniger dem moralischen Druck der Riten und Traditionen früherer Jahre. Ihn gewann ich dadurch, dass ich mich erwachsen auseinandergesetzt habe mit meinen Fragen.

Nein, „früher“ war nicht wirklich „besser“ als heute. Ich will nicht zurück in eine „ordentliche“ Gesellschaft, in der die Freiheit der einzelnen wenig zählt. Und schon gar nicht wiIl ich verzichten auf eine Demokratie, die sich zu schützen weiß vor dummem Populismus. Und eine Kirche von „früher“ will ich auch nicht, die mit moralischem Druck Menschen von sich abhängig macht. Da ist mir eine etwas kleinere Kirche mit überzeugten und überzeugenden Christen doch deutlich lieber.

Gerade Christen könnten im Grunde getrost verzichten auf dieses „Früher war alles besser“. Immerhin berufen sie sich auf einen, der den Blick nach vorn gepredigt hat – und das zum Teil mit drastischen Worten. Jesus sagt: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes“ (LK 9, 62)

Wer sich zu sehr an die Vergangenheit klammert, der ignoriert, was heute wirklich ist – und was gut ist, bzw. noch gut werden kann. Nicht ständig einer angeblich so tollen Vergangenheit nachtrauern, sondern nach vorne blicken, optimistisch, zuversichtlich! Das Leben hält auch heute und morgen viel Gutes bereit!

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