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Kirche in WDR 4 | 12.02.2014 | 08:55 Uhr

Wirksam

Uns Kirchenleuten weht ein eisiger Wind ins Gesicht. Immer wieder neue Skandale, die für Empörung sorgen. „Wird Zeit, dass der ganze Spuk abgeschafft wird“, so oder ähnlich lauten Kommentare in Internet-Foren, Blogs oder Leserbriefen. Ein Jugendlicher hat mir vor einiger Zeit mal gesagt: „Religion ist überflüssig, die bringt doch sowieso niemandem was!“

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

letztes Jahr auf dem Höhepunkt einer heftigen Welle der Kirchen-Kritik habe ich gedacht: Okay, lasst uns das mal durchspielen. Wir schaffen die Kirchen einfach ab. Schluss mit allem. Alle Kirchen abreißen, alle kirchlichen Einrichtungen aufgeben, dem Staat überlassen oder privatisieren. Statt der Kirchensteuer gibt’s eine Sozialsteuer – damit wird aufgefangen, was an sozialen Dingen gesichert werden muss.

Von Gott wird auch nicht mehr geredet. Und mit ihm schon gar nicht. Bringt ja sowieso nichts. Unsere Kinder und Jugendlichen sollen davor bewahrt bleiben. Das Hier und Jetzt ist wichtig. Es gibt nur dieses Leben und diese Welt. Und irgendwie muss jeder zusehen, wie er das Beste daraus macht. Krankheit, Leid, Sterben und Tod – nicht zu ändern, muss halt jeder selbst mit klarkommen. Schluss auch mit allen christlichen Feiertagen, mit allem kulturellen Zeugs, das mit Kirche zu tun hat. Aber bitte konsequent: Kein Weihnachten, kein Ostern, nichts davon. Den Sonntag auch abschaffen. Ach ja, Karneval hat irgendwie auch christliche Wurzeln. Na, das überlegen wir uns noch mal.

Religion bringt nichts? Kirche ist überflüssig? Ich bin da als Kirchenmann nicht objektiv. Aber beim Nachdenken darüber, was wäre, wenn nichts mehr übrig bliebe von Kirche und Christentum, werde ich mir immer sicherer, dass uns allen ganz viel fehlen würde.

Ich habe letztes Jahr eine junge Frau erlebt, die tatsächlich mit Kirche und Glaube radikal Schluss gemacht hatte. Aus guten Gründen. Heftige Schicksalsschläge hatten sie getroffen – erst stirbt ihr Vater, kurz darauf ihr Bruder. Gott bringt nichts – das war ihre Erfahrung. Kirche und Religion sind nicht zu gebrauchen, wenn’s drauf ankommt. Sie hat das ein paar Jahre durchgehalten. Bis sie merkte: Ich finde keine Alternative. Ich lebe oberflächlich vor mich hin. Ich habe keinen Halt, keine Orientierung – verliere Kraft. Und ich werde einsam. Sie entdeckt den christlichen Glauben für sich neu – als Halt und Kraft in einer unsicheren Welt und einem unsicheren Leben. Gott ist kein Zauberer; er nimmt uns das Leid im Leben nicht ab. Aber er hilft, es zu tragen. Und er gibt eine Perspektive über alles hinaus, was wir sehen und greifen können. Deshalb hat sich die junge Frau neu für den Glauben und für die Kirche entschieden. Und sie strahlt dabei etwas aus – große Gelassenheit, innere Kraft. Der wieder gefundene Glaube zeigt bei ihr Wirkung.

Im Zukunftsbild des Bistums Essen heißt eines der sieben Leitworte „wirksam“. Christen – und mit ihnen die Kirchen – sind wirksam. Weil sie an Gott glauben, der wirksam ist. Deshalb strahlen sie aus, haben Kraft – und tun etwas. Sie prägen die Gesellschaft, setzen sich für andere ein, helfen so gut sie können.

Kirchenkritiker sollten das wissen und wahrnehmen. Und wir Christen sollten darauf achten, dass wir tatsächlich wirksam sind – und dass wir Gott trauen, der in uns und durch uns wirkt.

Dass Sie heute etwas bewirken und dass Ihnen die Begegnungen und Erfahrungen dieses Tages etwas „bringen“, das wünscht Ihnen Ihr Generalvikar Klaus Pfeffer aus Essen.

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