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Sonntagskirche | 29.10.2017 | 08:55 Uhr

Luther und das Lachen

Einen schönen guten Morgen. Das Reformationsjahr geht zu Ende, und wenn ich wüsste, dass morgen das Reformationsjahr zu Ende geht, würde ich heute noch einen Apfelkuchen essen. Die Geschichte mit dem Apfelbaum, den man pflanzen soll, wenn morgen die Welt untergeht, die hat Luther ja nie gesagt. Und ich war ja Reformationsbotschafter und so habe ich dieses Jahr genutzt, um immer wieder neue Facetten von Martin Luthers Denken und Leben und seinen Folgen kennenzulernen. Und ich habe das Gefühl, da wird man nie fertig damit. Der Mann hat so viel geleistet, so viel geschrieben und gleichzeitig auch so viele Widersprüche in sich gehabt, dass genau das wahrscheinlich auch der Grund ist, warum man sich 500 Jahre später immer noch für ihn interessiert. Also ich kenne nicht so viele Leute, von denen ich heute sagen würde, in 500 Jahren sind die noch interessant.

Was mich besonders gefreut hat in der Auseinandersetzung mit Martin Luther, war, dass Luther viel für das Lachen übrighatte. Von ihm stammt der schöne Satz: Wer immer und überall lachen kann, der ist ein wahrer Doktor der Theologie. Er sagte auch: Wo Glaube ist, da ist auch Lachen. Und er fragte sich, woran erkennt man, dass jemand ein befreites Herz hat: am Lachen.

Aber man muss sich ja fragen, was ist aus der befreienden Botschaft von Jesus und was ist aus der Befreiung der Reformation vor 500 Jahren für uns heute noch befreiend. Nietzsche sagte, mehr Menschen würden sich für die Botschaft des Erlösers interessieren, wenn die, die ihn bekennen, auch ein bisschen erlöster gucken würden.

Viele Menschen finden ja Lachen oder Humor oberflächlich. Und das ist es überhaupt nicht. Humor ist für mich auch nicht einen Witz erzählen, sondern Humor ist für mich die heitere Gelassenheit, die darin besteht, dass man sich mit der Widersprüchlichkeit der Welt nicht anlegt, sondern anfreundet. Dass man versteht, dass wir gar nicht alles verstehen können.

Wir kommen aus Staub, wir werden zu Staub. Deswegen meinen die meisten Menschen, es muss im Leben darum gehen, viel Staub aufzuwirbeln. Und alle Religionen und Weisheitstraditionen der Welt sagen: Nein, genau darum geht es nicht. Wir vergessen, dass Luther so sehr auf das Wort gesetzt hat und gleichzeitig im tiefsten Herzen auch ein Mystiker war. Das heißt, er hatte auch Ehrfurcht vor den Dingen, die man eben nicht mit Worten ausdrücken kann. Und er wusste, dass wir ja immer mit unserem Verstand Dinge irgendwie kategorisieren wollen. Und er hat es schön ausgedrückt: Wir wollen es gerne mit Händen greifen und in die Tasche stecken, aber das geschieht in diesem Leben nicht. Als ich einmal auf der Palliativstation in der Universitätsklinik in Bonn einem Mann begegnete, der eine schwere Krebserkrankung hatte, erzählte ich ihm einen Witz: Ein Mann springt aus dem Flugzeug mit einem Fallschirm. Er zieht die erste Leine, nichts passiert. Er denkt: Gut, dass ich einen Rettungsschirm habe. Und er zieht die zweite Leine. Wieder passiert nichts. Und ungebremst rast er dem Erdboden entgegen. Und er denkt: Das war es jetzt. Plötzlich sieht er, dass ein anderer Mann von der Erde ihm entgegengeflogen kommt. Er denkt: Wache ich, träume ich? Ist das meine Rettung? Er ruft: „Reparieren Sie Fallschirme?“ Und der andere ruft ihn an: „Nein, nur Gasleitungen.“

Der Mann auf seinem Bett kapierte sofort, was dieser Witz eigentlich bedeutet: Wir sind alle im freien Fall, und es gibt diese Momente der existenziellen Begegnung. Und vielleicht ist heute ein Tag, wo Sie dafür die Augen offen haben, das Herz offen haben und still genug sind, dass Sie diesem Moment nicht verpassen.

www.humorhilftheilen.de und www.hirschhausen.com

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