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Sonntagskirche | 03.06.2018 | 08:55 Uhr

Der Fels im Meer und wandernder Sand: Fraser Island

Juni ist Vorfreude auf die großen Ferien. Meine großen Ferien zu sommerlichen Temperaturen liegen schon hinter mir: Ich war Anfang des Jahres in Australien unterwegs. Und ich möchte Ihnen in diesem Monat von Australien erzählen. Vier Ohrenreisen zu einem Kontinent, der mich das Staunen neu gelehrt hat.

Da ist zum Beispiel diese Insel im Osten von Australien. Sie ist die größte Sandinsel der Welt. Fraser Island heißt sie. Eigentlich könnte sie auch „Petrus-Insel“ heißen. Denn sie zeigt, wie es auf einen Felsen ankommen kann – und eben nicht nur darauf – aber dazu später mehr.

Fraser Island ist für Australienreisende ein Magnet. Ein Naturwunder. Und: Alles begann mit einem Stein, einem kleinen Felsen im Meer, an dem sich unter der Wasseroberfläche Sand gesammelt hat. Über hunderttausende von Jahren hinweg wurde aus einem Fels und einer Düne eine Insel, die immer noch weiter wächst. Erst war da der Fels, dann der Sand, dann mehr Sand, dann brachte der Wind Samen, es siedelten sich erst Pflanzen an, die den Sand mit verdichteten, mit den Pflanzen kamen Tiere, später Menschen. Zur Zeit ist die Fraser Island locker doppelt so groß wie Rügen. Und sie ist weiter in Bewegung und verändert sich.

Faszinierend an Fraser Island, die im Meer und aus Sand entstand: Es gibt längst eine große Menge Süßwasser, in kristallklaren Seen, in Quellen, die mit großer Kraft Süßwas-ser an die Oberfläche bringen. Eine Quelle heißt bei den Aborigines die unsichtbare Quelle, weil man den kristallklaren Bach weder hört noch sieht und nur erkennt, wenn die Sonne es durch den Regenwald bis zur Wasseroberfläche schafft und einen Spiegel daraus macht. Mit anderen Worten: Diese Insel, die es nur wegen des Felsen und des Sands und der Zeit gibt, ist in vielfältiger Weise ein Wunder der Natur. Auch mit den Pflanzen, die auf ihr leben. Da sind ganz besondere bei, das Königsfarn zum Beispiel, das es schon zu Dinosaurierzeiten gab und von dem es nur noch ganz wenige Exemplare auf der Welt gibt.

Heute wohnen auf Fraser Island etwa zweihundert Menschen. Seit 1992 ist die Insel UN-ESCO-Weltnaturerbe. Und die Touristen lieben die kilometerlange Hauptstraße der Insel, denn das ist der Strand, auf dem nebenbei auch Flugzeuge landen und starten.

Nochmal zurück zu dem Fels, mit dem das alles begann. An dem sich Sand sammelte, und immer mehr Sand, der aus dem Meer herauswuchs, auf dem sich Leben ansiedelte, in dem sich Süßwasser sammelte, so dass die Insel Ort für Tiere und Menschen wurde.

In der christlichen Tradition wird einer der Apostel mit dem Fels verbunden: Petrus. Denn Jesus soll zu ihm gesagt haben. „Du bist Petrus, und auf diesem Fels will ich meine Kirche bauen“. Nun ja, der Fels ist das eine. Das sehe ich auf Fraser Island. Es braucht aber auch den Sand. Das Umhertreibende. Das was so mitschwimmt im Ozean. Das sich sammeln lässt an einem Felsen, damit Leben gelingt. Fels allein ist nackt.

Für mich war Fraser Island ein Ort, an dem ich ganz still wurde. Wie sich unsere Welt zu einem Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen entwickelt hat, das wurde mir dort deutlich. Und es geht mir nicht aus dem Sinn, dass manches mit einem kleinen festen Punkt im großen Ozean und sowas Flüchtigem wie Sand beginnen kann.

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