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Sonntagskirche | 06.12.2020 | 08:55 Uhr

Glückwunsch lieber Nikolaus

Es ist ‘mal wieder so weit. Nachdem die Deutschen seit dem Sommer geschätzt schon mindestens eine Million Schokoweihnachtsmänner verdrückt und kilometerlange Regale mit Spekulatius leergefuttert haben, ist heute der Gedenktag des Originals. Heute ist der Festtag des Heiligen Nikolaus. Der war kein Grußonkel wie der Weihnachtsmann, sondern ein ganz besonderer Bischof in Myra, in der heutigen Türkei. Was kann ich Ihnen über diesen Nikolaus erzählen? Die Legende besagt: Schon in Kindertagen Vollwaise hatte Nikolaus er sich früh entschlossen Priester zu werden. Als Jugendlicher stieß er auf einen Problemfall. Ein Mann aus der Oberschicht der Stadt war pleite gegangen und sah nun keine andere Lösung für sich und seine drei Töchter, als diese auf den Strich zu schicken, damit Geld ins Haus kam.

Nikolaus erkannte: Weggucken löst das Problem nicht. Was ist zu tun, damit die Mädchen nicht im Elend landen und ihre Seele Schaden nehmen? Nikolaus hatte eine Idee. Seine verstorbenen Eltern hatten ihm ein beträchtliches Vermögen hinterlassen. Das konnte er nutzen, um den Mädchen den Weg in den Himmel offen zu halten. Er wollte das aber auf seine Art tun, unerkannt. Deshalb ließ er aus seinem Besitz drei goldene Kugeln herstellen. An einem ersten Abend warf er eine der Kugeln durch ein offenes Fenster in das Haus des Vaters der Mädchen. Der wunderte sich natürlich und fragte sich, woher die Goldkugel kam. Er hatte am Tag danach noch keine Antwort gefunden als die zweite Goldkugel auf dem gleichen Weg eintraf. Jetzt aber reagierte er: Was, wenn das nun noch einmal geschieht? Er legte sich am nächsten Tag auf die Lauer und erwischte Nikolaus mit der dritten Goldkugel.

Zur Rede gestellt, erklärte Nikolaus, er könne doch nicht auf seinem Vermögen hocken bleiben, wenn die Gefahr bestünde, dass seine Mitmenschen dem Teufel in die Hände fielen. Er investiere sein Geld zu Gunsten der Mädchen. Sinnvoller könne er sein Geld doch gar nicht anlegen. Klar, dass so ein junger Mann noch keine Erfahrung mit knallharter Öffentlichkeitsarbeit gemacht hatte. Seine Bitten um Geheimhaltung der Spende und über seine Person bewirkten das genaue Gegenteil.

Unkonventionell blieb Nikolaus sein ganzes Leben lang. Während einer Hungersnot beschaffte er trickreich so viel Korn, dass alle satt wurden und genügend Korn für die neue Saat übrigblieb. Eine Tat machte ihn zum Helden aller Kinder: Einen Wirt, der drei Studenten ermordet und eingepökelt hatte, um ihr Fleisch seinen Gästen zu servieren, enttarnte er. Den jungen Männern schenkte Gott auf seine Bitten hin das Leben zurück.

Der Ruhm dieses Bischofs, schwappte schnell aus dem Mittelmeerraum über die Alpen. Sein Festtag, der 6. Dezember, wurde zu einem Kinderfest, am dem die Eltern in der Tradition des Nikolaus ihre Kinder beschenkten. Ein Stück Himmel im Alltagsgrau zu erleben bot eine solche Freude, dass man sie das ganze Jahr über nicht vergaß. Nikolaus wurde ein Star unter den Heiligen, einer, der unvergleichlich war und das, weil Nikolaus wusste: Christ kannst Du nicht alleine sein. Wie willst Du vor Gott bestehen, wenn Du das Elend seiner Mitmenschen übersiehst?

Vielleicht lassen Sie sich diese Fragen einmal auf der Zunge zergehen, falls Sie heute einen Schoko-Nikolaus verspeisen … und ich hoffe, Sie haben das Original gekauft.

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